Dienstag, 11. Mai 2021

Sünde: dass sie nicht an mich glauben. (Joh 16,9)

06 Woche der Osterzeit       Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 16,5-11

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 

Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. 

Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. 

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; 

Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 

Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 

Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Sünde: dass sie nicht an mich glauben.  (Joh 16,9)

 

Das wird heute kaum als Sünde wahrgenommen. Wenn man andere Menschen verletzt, das sieht man als Sünde an, z.B. sexuellen Missbrauch. Aber nicht an Jesus zu glauben, das ist nicht einmal ein „Kavaliersdelikt" in den Augen der heutigen Generation. Glauben wird eher wie eine Geschmacksache angesehen. Es gibt verschiedene Geschmäcker, und so gibt es auch verschiedene Glaubensrichtungen, verschiedene Religionen, verschiedene Weltanschauungen. Aber wer würde heute sagen, dass das etwas mit Sünde zu tun hat?

 

Sünde: dass sie nicht an mich glauben.

 

Natürlich setzt Jesus voraus, dass den Menschen ein Heilsangebot durch Jesus gemacht wurde. Wer Jesus nie kennengelernt hat, kann auch nicht durch Unglauben sündigen. Weiterhin könnte man noch vorbringen, dass unsere Kirche, also wir Christen, vielleicht Jesus so verzerrt dargestellt haben, dass die Menschen Jesus gar nicht wirklich kennenlernen konnten. Wer ein Zerrbild von Jesus ablehnt, weil er keine echten Christen kennengelernt hat, der kann natürlich auch nicht durch Unglauben sündigen, weil er den echten Jesus noch gar nicht kennt. Das mögen Entschuldigungen sein, aber sie nehmen den Worten Jesu nichts von ihrer provozierenden Schärfe. Jesus ist die Wahrheit, und es ist keine Geschmacksache, ob ich an ihn glaube oder nicht. Nicht an ihn zu glauben ist Sünde!

 

Sünde: dass sie nicht an mich glauben.

 

Darf man sinngemäß noch einen Schritt weitergehen? Ist es auch Sünde, wenn man nicht an das glaubt, was Jesus in unserer heutigen Zeit in der Kirche wirkt? Die Kirche ist da vorsichtig. Wer z.B. nicht an kirchlich anerkannte Privatoffenbarungen (z.B. Lourdes, Fatima) glaubt, sündigt offiziell nicht. Ich frage mich aber trotzdem, ob nicht Menschen gegen ihr Gewissen sündigen könnten, wenn sie alles ablehnen, was Gott heute wirkt, um seine Kirche zu erneuern. Die Antwort wird so aussehen: Wir dürfen uns nie gegenseitig unterstellen zu sündigen. Wir sollen einander immer mit Respekt begegnen. Aber der Heilige Geist kann Menschen in ihrem Gewissen überführen. Er kann ihnen klar machen, was der Wille Gottes ist. Und daher kann jemand durchaus gegen sein Gewissen sündigen, wenn er Jesus oder das, was Jesus heute wirkt, ablehnt. Aber darüber urteilen nicht wir. Das weiß nur Gott und der betreffende Mensch selber.

 

Gebet:

Jesus, wenn du nicht den Unglauben als Sünde erklären würdest, dann würdest du dich selber als unwichtig und bedeutungslos abwerten. Du bist der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist, um uns zu retten. Dein Rettungsangebot abzuschlagen ist Sünde, genauso wie z.B. unterlassene Hilfeleistung Sünde ist.

Heiliger Geist, danke, dass du in unserem Gewissen wirkst. Bitte überführe uns, dass wir klar erkennen, was Sünde ist, und was der richtige Weg ist.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 








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1 Kommentar:

  1. Jesus,  ich möchte nicht, dass sich mein "Herz mit Trauer" erfüllt...Vielmehr werde ich es wie Paulus und Silas tun,  Deinen Namen ehren und lobsingen. Denn ich glaube, ich anbete, ich hoffe und ich liebe DICH. Und wenn ich nun in meinem Alltagsleben von Not oder Angst bedroht werde, so lobe und preise ich Deinen Heiligen Namen und dann weiss ich - wie Paulus und Silas - dass DU meine Ketten löst und mir nahe bist. Amen

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