Dienstag, 10. Dezember 2019

Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. (Mt 18,13)

Advent 02 Woche   Dienstag          

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 18,12-14

In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück und sucht das verirrte? 

Und wenn er es findet - amen, ich sage euch: er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 

So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verlorengeht.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.  (Mt 18,13)

 

Ich kann mich immer wieder gut mit diesem verlorenen Schaf identifizieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal eine Situation hatte, wo ich gesagt oder gedacht hätte: „Ich wüsste jetzt echt nicht, was ich beichten soll." Ich habe immer etwas. Daher kann ich es auch immer als Trost empfinden, wenn ich höre, dass mein himmlischer Vater sich über mich freut, obwohl ich das verlorene Schaf bin. Für mich ist das immer wieder eine frohe Botschaft.

 

Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

 

Trotzdem erlebe ich mich auch noch dabei, über andere zu urteilen, die ebenfalls verloren sind, zumindest wo es mir so scheint. Aber das wird bei mir besser. Ich erinnere mich an eine sehr alte Schwester. Irgendwie wurde mal wieder über Menschen geklagt, weil sie irgendwas falsch gemacht oder gesagt hätten. Und dann sagte die Schwester, wir sollten nicht urteilen, wir haben doch alle unsere Fehler. Dieser Satz begleitet mich immer. Da denke ich bis heute immer wieder dran. Wir sind ja alle die verlorenen Schafe. Wenn etwas nicht in Ordnung ist bei anderen, wenn etwas mich verletzt, mir weh tut, dann sage ich heute normalerweise: „Oh, das hat mich jetzt tief getroffen, Jesus legt mir das ans Herz, da muss ich jetzt viel Fürbitte machen." Und ich spüre wirklich, wenn ich den Rosenkranz in diesem Anliegen bete, wie es besser wird. Also Jesus legt mir die Verlorenen ans Herz, ich bete für sie, und ich verstehe das, weil ich selbst auch ein Verlorener bin.

 

Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.

 

Jedes Leid, jeden Schmerz zu Jesus bringen, darin liegt die Lösung. Sei es meine eigene Verlorenheit, sei es die der anderen. Nur er kann heilen, und er will heilen. Durch unsere Gebete fördern wir die Heilungsprozesse. Wir merken das in uns selber.

 

Gebet:

Jesus, ich will so gerne perfekt sein, ich will, dass alles klappt. Aber dennoch erlebe ich mich als Verlorener, ich erlebe mich als Sünder. Ich danke dir so sehr, dass der Vater sich über mich freut, das tröstet mich. Ich danke dir, dass ich für alle Verlorenen beten darf, besonders für die, die du mir ans Herz legst, die mich verletzen, die meinen Weg kreuzen. So kannst du vieles Verlorene verwandeln und heilen. Und ich danke dir, dass ich mit dazu beitragen kann durch meine Gebete.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, für mich ist die heutige Bibelstelle, tröstlich.

    Denn egal was passiert;
    ob ich nun ein Schaf bin und auf sicherem Felsen stehe, oder ein Schaf bin was neben den Wegen läuft, ob ich ein Schaf bin was schon mal aus einem anderen Futtertrog frisst, oder ein Schaf welches sich verirrt hat, DU verlässt mich nie !
    Auch wenn mir das nicht immer bewusst ist, so ist DEINE LIEBE für mich so gross, als wäre ich DEIN einziges Kind auf der ganzen Welt.

    Dafür danke ich DIR mein HERR und GOTT ! AMEN

    AntwortenLöschen