Donnerstag, 15. Dezember 2022

Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er. (Lk 7,28)

03 Woche im Advent            Donnerstag

 

EVANGELIUM

Lk 7, 24-30

24Als die Boten des Johannes weggegangen waren, begann Jesus zu der Menge über Johannes zu reden; er sagte: Was habt ihr denn sehen wollen, als ihr in die Wüste hinausgegangen seid? Ein Schilfrohr, das im Wind schwankt?

25Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Mann in feiner Kleidung? Leute, die vornehm gekleidet sind und üppig leben, findet man in den Palästen der Könige.

26Oder was habt ihr sehen wollen, als ihr hinausgegangen seid? Einen Propheten? Ja, ich sage euch: Ihr habt sogar mehr gesehen als einen Propheten.

27Er ist der, von dem es in der Schrift heißt: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen.

28Ich sage euch: Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.

29Das ganze Volk, das Johannes hörte, selbst die Zöllner, sie alle haben den Willen Gottes anerkannt und sich von Johannes taufen lassen.

30Doch die Pharisäer und die Gesetzeslehrer haben den Willen Gottes missachtet und sich von Johannes nicht taufen lassen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.  (Lk 7,28)

 

Bis Jesus durch die Ausgießung so großer übernatürlicher Gnaden die Welt veränderte, war Johannes der Größte unter allen Menschen. Maria zählt schon in die Ordnung der Gnade, denn sie hat schon alle Gnaden Jesu empfangen, noch bevor Jesus sein kostbares Blut vergossen hatte. Sie zählt also zu den Kleinsten im Reich Gottes, die schon größer sind als Johannes. Aber unter denen, die das Reich Gottes noch nicht erlebt hatten, ist Johannes der Größte. 

 

Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.

 

Die Pharisäer und Gesetzeslehrer waren die einzigen, die sich nicht haben taufen lassen von Johannes. Sie meinten, sie selbst wären groß, und sie sahen in Johannes nicht einen Größeren. Eigentlich hätten sie wissen müssen, dass man von jedem Menschen lernen kann. Der Stolz ist immer falsch. Wer meint, er müsse nichts mehr lernen, ist so stolz, dass er sicher zu Fall kommt. Sogar Jesus lässt sich taufen. Wer kann dann noch sagen, dass er so groß sei, dass er das nicht mehr brauche? Für uns ist die Frage genauso. Kann ich mich noch einem Größeren unterordnen? Wenn wir z.B. ein Glaubensseminar machen, wie z.B. jetzt das Jüngerschaftsseminar: Fühle ich mich dann so groß, dass ich es nicht brauche? Denke ich, dass ich schon so lange im ehrenamtlichen Dienst bin, dass ich da nichts mehr lernen könnte? Was hätte Jesus oder Maria gemacht? Hätten sie teilgenommen? Auf jeden Fall hat Jesus sich taufen lassen, obwohl er es wirklich nicht gebraucht hätte. 

 

Unter allen Menschen gibt es keinen größeren als Johannes; doch der Kleinste im Reich Gottes ist größer als er.

 

Die menschlichen Schritte sind nur Vorbereitung im Vergleich zu den großen Gnaden, die im Reich Gottes geschenkt werden. Das Reich Gottes, das ist die Taufe, in der wir reingewaschen werden durch das Blut Jesu. Das ist die Buße, in der wir immer wieder neu reingewaschen werden, und es ist die Eucharistie, in der wir durch das Blut Christi reingewaschen werden und der neue und ewige Bund, den er in der Taufe mit uns geschlossen hat, erneuert wird. Es ist die Lebensübergabe, in der wir Jesus unser Leben auch wirklich anvertrauen und nicht nur einfach aus Tradition an den Sakramenten teilnehmen. Es ist die Geistsendung, durch die wir innerlich Anteil haben an der Gemeinschaft mit Jesus und an der Kindschaft Gottes. Durch den Heiligen Geist wird das innerlich subjektiv erfahrbar und lebendig. Johannes, der für das Menschliche steht, bleibt immer wichtig, all unser menschliches Handeln schenken wir Jesus. Aber die Gnaden, die Jesus verleiht im Reich Gottes, gehen weit hinaus über all unser menschliches Tun. Deshalb ist der Kleinste im Himmelreich größer als Johannes der Täufer. 

 

Gebet: 

Jesus, ich danke dir für alle übernatürlichen Gnaden des Reiches Gottes. Ich danke dir aber auch, dass Johannes uns zeigt, das unser menschliches Tun auch wichtig ist. Jesus, ich will dir mein Opfer bringen, damit du den Heiligen Geist, das Feuer, sendest und das Opfer verzehrst. Ich sehne mich nach den übernatürlichen Gnaden deines Reiches, die alles Menschliche weit übertreffen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org 

 

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