Montag, 4. Mai 2020

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich. (Joh 10,14)

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Pastor Roland Bohnen 


04 Woche der Osterzeit    Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,11-18

In jener Zeit sprach Jesus: Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. 

Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, lässt die Schafe im Stich und flieht, wenn er den Wolf kommen sieht; und der Wolf reißt sie und jagt sie auseinander. Er flieht, 

weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt. 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 

wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne; und ich gebe mein Leben hin für die Schafe. 

Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten. 

Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen. 

Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.  (Joh 10,14)

 

Jesus kennt uns, und wir kennen ihn. Das Wort „kennen" ist uns bekannt aus der Verkündigung an Maria: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?" fragte sie den Engel Gabriel. Das Wort „kennen, erkennen" hat eine tiefe Bedeutung. Es kann so gemeint sein, wie wir es kennen, kann aber auch eine tiefere Liebesbeziehung ausdrücken bis hin zur ehelichen Gemeinschaft. Eigentlich ist das deutsche Wort „lieben" damit vergleichbar. Jemand kann sagen: „Ich liebe Vanilleeis." Das Wort kann sehr oberflächlich gemeint sein, es kann auf die körperliche Liebe bezogen sein, auf Freundesliebe, auf Nächstenliebe bis hin zu ehelichen Liebe. So hat man in den verschiedenen Sprachen Worte mit großer Bedeutungsvielfalt. Aber doch hängen all diese verschiedenen Bedeutungen zusammen. Man könnte sagen, um auf das hebräische „kennen" zurückzukommen, das Wort birgt in sich die Möglichkeit einer Entwicklung. Man lernt sich kennen, zunächst noch ganz oberflächlich, dann wächst die Freundschaft in eine immer größere Tiefe.

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.

 

All diese Nuancen gibt es nun in unserer Beziehung zu Jesus. Wir kennen ihn. Aber wie tief geht das? Wir können ihn immer mehr und immer tiefer kennenlernen. In der Kommunion vereinigen wir uns mit ihm, was ein wenig an die eheliche Vereinigung erinnert. Pauls sieht diese Parallele. Wir werden ein Fleisch. Die Mystiker sprechen von der mystischen Vereinigung mit Jesus und brauchen den Vergleich mit Verlobung und Hochzeit. Paulus bekennt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir", also sind beide ganz eins geworden.

 

Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.

 

Ich freue ich, bekennen zu können, dass ich Jesus kenne. Zugleich habe ich die Sehnsucht, ihn tiefer kennenzulernen. Die Mittel dazu sind für mich die Betrachtung der Heiligen Schrift und die eucharistische Anbetung. Ich vertraue darauf, dass diese beiden Mittel mir helfen werden, Jesus immer tiefer kennen zu lernen.

 

Gebet:

Jesus, ich will dich mehr und mehr erkennen, immer tiefer. Hilf mir, dass ich mich nicht von diesem Weg abbringen lasse. Lass mich wie Maria von Bethanien oft zu deinen Füßen sitzen und deine Worte hören und betrachten. Danke, dass du mir die Möglichkeit schenkst, dich im allerheiligsten Sakrament anzubeten.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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