Samstag, 2. Mai 2020

Ich bin die Tür zu den Schafen. (Joh 10,7)

04 Sonntag der Osterzeit

Evangelium                                                                                               Joh 10, 1–10

In jener Zeit sprach Jesus:
1Amen, amen, ich sage euch:
Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht,
sondern anderswo einsteigt,
der ist ein Dieb und ein Räuber.
2Wer aber durch die Tür hineingeht,
ist der Hirt der Schafe.
3Ihm öffnet der Türhüter
und die Schafe hören auf seine Stimme;
er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen
und führt sie hinaus.
4Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat,
geht er ihnen voraus
und die Schafe folgen ihm;
denn sie kennen seine Stimme.
5Einem Fremden aber werden sie nicht folgen,
sondern sie werden vor ihm fliehen,
weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen.
6Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus;
aber sie verstanden nicht den Sinn
dessen, was er ihnen gesagt hatte.
7Weiter sagte Jesus zu ihnen:
Amen, amen, ich sage euch:
Ich bin die Tür zu den Schafen.
8Alle, die vor mir kamen,
sind Diebe und Räuber;
aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.
9Ich bin die Tür;
wer durch mich hineingeht,
wird gerettet werden;
er wird ein- und ausgehen und Weide finden.
10Der Dieb
kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen,
damit sie das Leben haben
und es in Fülle haben.

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.  (Joh 10,7)

 

Sonntag ist der Weltgebetstag für geistliche Berufungen. Daher wird Johannes 10 gelesen, das Kapitel vom guten Hirten. Normalerweise denkt man erst mal, dass Jesus der gute Hirt ist. Später sagt er das auch von sich. Aber hier an dieser Stelle sagt er:

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

Wenn er die Tür ist, dann sind wir Menschen die Hirten. Das ist ja auch mit dem Gebetstag für geistliche Berufungen gemeint. Die Herde braucht nicht nur Jesus als den einen guten Hirten, sie braucht auch gute Hirten, die die Aufgabe Jesu stellvertretend ausführen. Der Priester zelebriert die Messe „in persona Christi". Er versorgt das Volk Gottes mit dem lebensnotwendigen Leib Christi in der Kommunion. Damit erfüllt er eine Hirtenaufgabe, dem Volk Gottes die notwendige Nahrung zu geben. Das Lehramt der Kirche erfüllt ebenfalls eine Hirtenaufgabe, nämlich das Volk Gottes vor Verwirrung und Verirrungen zu bewahren. Ebenfalls eine Hirtenaufgabe besteht darin, für die Einheit des Gottesvolkes so sorgen, was insbesondere dem Papst und den Bischöfen zukommt.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

Was auch immer den geweihten Hirten im Rahmen ihrer Hirtenaufgabe zukommt, Jesus ist die Tür, Jesus muss im Mittelpunkt stehen. Wir können nicht nach eigenem Gutdünken planen und entscheiden. Alles muss „in Christus" geschehen, immer müssen wir durch Christus auf die Menschen zugehen. In Christus gewinnen wir Zugang zu den Herzen der Menschen. Wenn wir in Christus sind, öffnen sich die Türen.
Daraus folgt ganz klar, dass das Hirtenamt keine Aufgabe im weltlichen Sinn ist. Der Hirte muss zuerst ein Mensch des Gebets sein. Je mehr wir selber in Christus sind, umso besser erfüllen wir unsere Hirtenaufgabe.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

Nicht nur die geweihten Hirten haben Hirtenaufgaben im Volk Gottes. Ein Familienvater ist ein Hirte für seine Familie, eine Mutter ebenso, eine Lehrerin, eine Schulleiterin, ein Vorgesetzter am Arbeitsplatz usw. Und für all diese Aufgaben gilt das gleiche: Erst müssen wir selber in Christus sein, dann können wir auf die Menschen zugehen. Ohne diese Tür wird all unser Tun nicht gut gelingen, oder es bleibt rein auf der weltlichen, menschlichen Ebene stehen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dein Hirtenamt mit uns teilst. Wir dürfen Hirten für Menschen sein. Das ist keine weltliche Aufgabe. Man muss immer in dir sein, mit dir vereint. Nur dann gehen wir durch die richtige Tür. Jesus, bitte hilf uns, täglich unsere Motive zu prüfen, ob wir wirklich mit dir sind, in dir, und alles für dich tun. Schließe falsche Türen, damit wir möglichst schnell erkennen, wenn wir auf dem falschen Weg sind, und umkehren können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

 







Roland Bohnen
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, ich bitte DICH, nimm mein Dankgebet an, und segne alle Menschen an diesem Sonntag.
    Segne alle die an Krankheiten leiden, und alle Menschen die sich weltweit um alle Kranken und Schwerkranken kümmern.

    Jesus, durch die Fürsprache der Gottesmutter Maria, schenke mir Gnade des richtigen Hörens, damit ich dereinst wenn ich sterbe, Deine Stimme höre und Dir folgen darf.

    Denn wer Dir traut,
    Hofft nicht vergebens.

    Jesus, ich vertrau auf dich!
    Amen

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