Samstag, 5. Oktober 2019

Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan. (Lk 17,10)

27 Sonntag im Jahreskreis  

Evangelium                                                   Lk 17, 5–10

In jener Zeit
5baten die Apostel den Herrn:
Stärke unseren Glauben!
6Der Herr erwiderte:
Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn,
würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen:
Entwurzle dich
und verpflanz dich ins Meer!
und er würde euch gehorchen.
7Wenn einer von euch einen Knecht hat,
der pflügt oder das Vieh hütet,
wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen:
Komm gleich her und begib dich zu Tisch?
8Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen:
Mach mir etwas zu essen,
gürte dich und bediene mich,
bis ich gegessen und getrunken habe;
danach kannst auch du essen und trinken.
9Bedankt er sich etwa bei dem Knecht,
weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
10So soll es auch bei euch sein:
Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde,
sollt ihr sagen: Wir sind unnütze Knechte;
wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Tagesimpuls:

 

Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.  (Lk 17,10)

 

Heute gibt es bei uns zum Glück keine Sklaven, aber man könnte ein ähnliches Beispiel nehmen: Ein Arbeiter, der für Stundenlohn arbeitet. Er wird nicht nach Leistung bezahlt. Er muss in seiner Arbeitszeit eine Arbeit verrichten, egal, wie viel er dann schafft oder ob er fertig wird. Ich hatte nach dem Abitur einmal einen Ferienjob auf einer Baustelle. Einmal musste ich Bauschutt in einen Container schüppen. Der Berg war so groß, dass man nicht übersehen konnte, wie lange ich dafür brauchen würde. Ich sollte einfach bis zum Feierabend daran arbeiten. Dann war ein Bruchteil von dem großen Berg weggeschafft.

 

Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Das mag frustrierend klingen, aber es gibt auch eine große Freiheit. Wir müssen nur unsere Arbeit machen, die uns aufgetragen wurde. Wir sind nicht für das Ergebnis verantwortlich. Der Arbeitgeber hat die Übersicht, er hat den Plan, er weiß, was er tut. Wir tun die Aufgabe, die er uns zuteilt, und das versuchen wir gut zu machen, bis zum Feierabend, egal was wir erkennen, was dabei herausgekommen ist, was für einen Sinn das machte.

 

Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Wir müssen das Reich Gottes weder planen noch machen. Wir müssen nur unsere Aufgabe erfüllen, ohne zu wissen, was wir jetzt gerade bewirkt haben in dem großen Plan Gottes. Wenn wir für etwas beten, dann tun wir das, weil es unser Job ist, wir tun es im Glauben, dass Gott immer wirkt und uns immer erhört, wenn wir in seinem Sinne beten. Wir müssen das Ergebnis nicht sehen. Wenn wir mehrere Jahre für etwas beten sollen, dann tun wir es mehrere Jahre lang. Es ist nicht unsere Aufgabe, über die Zeiten zu bestimmen. Das schließt nicht aus, dass jemand darum betet, dass in einer bestimmten Zeit eine Lösung für etwas kommt. Wenn er das auch in dieser Haltung des unnützen Knechts tut, ist es gut. Ich kann beten, dass in diesem Jahr etwas geschieht. Das ist Ausdruck eines großen Glaubens. Aber trotzdem bin ich niemals Herr des Geschehens. Auch dieses Gebet mache ich nur, weil es jetzt gerade mein Job ist, den Gott mir gibt.

 

Wir sind unnütze Knechte; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

 

Natürlich sind wir auch Partner Gottes. Er will auch, dass wir mitdenken und unsere Wünsche einbringen. Aber trotzdem bleibt er Herr, und wir sind seine Diener. Ich sehe es nicht als Herabstufung, sondern als Freiheit an. Ich bin nicht für das Ganze verantwortlich. Ich soll nur tun, was meine Aufgabe ist.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich dein Freund sein darf. Ich danke dir für deine große Liebe. Ich danke dir, dass du mir Aufgaben zuteilst. Zu oft fühle ich mich schwer, ich komme in Stress, weil ich mir zu viel zumute. Hilf mir loszulassen, in dem Wissen, dass du der Herr bist, dass du verantwortlich bist, nicht ich. Ich tue jeden Tag meine Aufgabe. Du würdest mich nicht überfordern. Wenn ich überfordert bin, dann bin ich das schuld, weil ich mich überfordere. Hilf mir, die Haltung des unnützen Knechtes einzunehmen, der einfach nur seine Arbeit tut, ohne an den Erfolg oder an das Ergebnis zu denken.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Herr Jesus, bin ich für Dich ein kleines Senfkorn?
    Bin ich Sklave oder Knecht?
    Herr, hilf mir !! Bitte Herr, hilf !

    Muttergottes erbitte mir die Gnade des Hl.Geistes, damit mein Glaube mehr und mehr Kraft bekommt.

    Denn Glaube "ohne Kraft" ist kraftloses glauben.
    Glaube der mit "Kraft des Hl.Geistes erfüllt ist, ist ein kraftvoller Glaube, der hilft Bäume zu versetzten.
    Mehr noch; kraftvoller Glaube lässt Unmögliches - möglich werden.
    (nach DEINEM WILLEN o Herr )


    Jesus, DU sagst, Mein Kind glaube nur ...

    Amen

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