Montag, 7. Oktober 2019

Als er ihn sah, hatte er Mitleid. (Lk 10,33)

27 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,25-37

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 

Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? 

Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. 

Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. 

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 

Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. 

Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. 

Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. 

Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, 

ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. 

Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? 

Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!

 

 

Tagesimpuls:

 

Als er ihn sah, hatte er Mitleid.  (Lk 10,33)

 

Durch die vielen negativen Nachrichten, die durch das Fernsehen bis in unser Wohnzimmer gelangen, neigen wir dazu, uns abzuschotten. Wir können gar nicht mehr betroffen sein von all dem, da macht unser Herz die Türe zu. Wir sehen aber in der Erzählung Jesu, wie wichtig das Mitleid ist. Das Mitleid ist ein Gefühl. Es ist ein Gefühl, das Gott in seinem Herzen hat. Gottes Herz ist voller Mitleid für uns Menschen, besonders für die, die am meisten leiden.

 

Als er ihn sah, hatte er Mitleid.

 

Wenn unser Herz dagegen noch hart ist, dann ist das nicht gut. Wir brauchen auch ein weiches Herz, voller Mitleid. Das kann nur dann geschehen, wenn wir den Schmerz nicht immer wieder unterdrücken (weil es uns zu viel wird), sondern wenn wir ihn zulassen. Aber dazu brauchen wir Zeit. Das kann auch in den Gebetszeiten geschehen. Dort können wir unser Herz öffnen und dem Schmerz Raum geben. So kann unser Herz weich werden, und wir werden unseren Mitmenschen anders begegnen.

 

Als er ihn sah, hatte er Mitleid.

 

Ich übergebe Jesus mein Leben. Er soll in mir wohnen, er soll in mir leben und alles machen. Ich bitte ihn, dass er mir das weiche Herz schenkt. Mit ihm will ich dem Leid der Menschen begegnen, er soll in mir den Menschen so begegnen, wie es im Sinne Gottes ist: mit dem weichen Herz, das voll Mitleid ist. Mit Jesus kann sich mein Herz verändern, weich werden, sodass auch ich Mitleid mit den Leidenden verspüren kann.

 

Gebet:

Jesus, mein Herz ist zu hart. Mir wird es oft zu viel, mich mitleidsvoll den Leidenden zuzuwenden. Ich meine, dass ich das nicht schaffe. Ich übergebe dir mein Leben und mein Herz. Lebe du in mir dein Leben! Schenke mir dein weiches Herz! Tausche es mit meinem harten Herzen! Wenn du in mir lebst, dann kann ich den leidenden Menschen so begegnen, wie Gott ihnen begegnen will: Mit dem liebenden mitleidsvollen Herz.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen