Freitag, 27. Oktober 2017

Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. (Lk 12,58)

29 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,54-59.

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Sobald ihr im Westen Wolken aufsteigen seht, sagt ihr: Es gibt Regen. Und es kommt so.
Und wenn der Südwind weht, dann sagt ihr: Es wird heiss. Und es trifft ein.
Ihr Heuchler! Das Aussehen der Erde und des Himmels könnt ihr deuten. Warum könnt ihr dann die Zeichen dieser Zeit nicht deuten?
Warum findet ihr nicht schon von selbst das rechte Urteil?
Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen. Sonst wird er dich vor den Richter schleppen, und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben, und der Gerichtsdiener wird dich ins Gefängnis werfen.
Ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du auch den letzten Pfennig bezahlt hast.

 

Tagesimpuls:

 

Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen.  (Lk 12,58)

 

Wir sollen nicht mit unseren Gegnern zu Gericht ziehen, sondern wir sollen uns versöhnen. Ich glaube, dass es hier nicht darum geht, dass man nicht ein irdisches Gericht in Anspruch nehmen sollte, wenn das notwendig ist. Ich glaube, es geht hier um das Richten und Verurteilen von anderen Menschen. Es geht ebenfalls, wie wir aus dem letzten Satz entnehmen, darum, dass wir hier auf der Erde Gerechtigkeit, Genugtuung, ja vielleicht sogar Rache verlangen, und das wir das nicht tun sollen. Wenn wir Gerechtigkeit wollen, dann werden wir selber auch zur Rechenschaft gezogen, und dann werden wir selber auch eine Menge zu bezahlen haben. Wir sollen aber Barmherzigkeit bekommen, und deswegen sollen wir unseren Gegnern auch Barmherzigkeit schenken.

 

Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen.

 

Es geht also darum, dass wir verzeihen und ein reines Herz haben, dass wir jegliche Gedanken daran, dass die Menschen uns Genugtuung leisten für ihre Schuld, loslassen. Für Gerechtigkeit wird Gott sorgen, das sollen wir ganz loslassen. Dabei versteht sich, dass wir uns nicht mit allen Menschen versöhnen können, weil viele das ihrerseits nicht wollen. Bezüglich der Menschen, die keine Versöhnung wollen, müssen wir auf Distanz bleiben, damit sie uns nicht verletzen können. Aber wir können ihnen verzeihen, wir können in unserem Herzen versöhnt sein und sie nicht mehr verurteilen. Wir können uns auch bemühen, den guten Kern in ihnen zu sehen und ihnen von Herzen nur Gutes zu wünschen. Wir können und sollen auch für sie beten. So bekommen wir ein reines Herz. Dann werden wir nicht vor das Gericht Gottes kommen, weil wir andere Menschen verurteilt haben. Dann werden wir von Gott mit derselben Barmherzigkeit behandelt, die wir diesen Menschen geschenkt haben.

 

Wenn du mit deinem Gegner vor Gericht gehst, bemüh dich noch auf dem Weg, dich mit ihm zu einigen.

 

Achten wir darauf, wo wir urteilende Gedanken haben! Bringen wir diese Gedanken zu Jesus, lassen wir sie los! Öffnen wir stattdessen unser Herz für Jesus, damit er uns Gedanken der Freude, des Friedens, der Hoffnung schenken möge.

 

Gebet:

Jesus, immer wieder ertappe ich mich dabei, dass ich andere Menschen verurteile, dass ich denke, ich sei besser als sie. Hilf mir, allen Barmherzigkeit zu schenken, so wie du uns Barmherzigkeit schenkst. Schenke mir ein versöhntes Herz, dass allen verzeiht und niemandem etwas nachträgt.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

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