Freitag, 20. Oktober 2017

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. (Lk 12,4)

28 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,1-7.

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei.
Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.
Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden.
Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.
Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten.
Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen.
Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

 

Tagesimpuls:

 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.  (Lk 12,4)

 

Wir sollen uns nicht vor Menschen fürchten, sondern vor dem Teufel. Das mag auf den ersten Blick etwas erschreckend klingen. Aber eigentlich ist es sehr befreiend. Das einzige, was wir befürchten sollen in diesem Leben, ist, dass wir nicht in den Himmel, sondern in die Hölle kommen. Wenn das unsere einzige Sorge ist, dann leben wir sehr frei. Wir konzentrieren uns dann auf das, worum es wirklich geht im Leben.

 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

 

Was wäre denn die Alternative? Wir denken nicht nach über das ewige Leben, aber wir machen uns Sorgen über alles Mögliche. Wir haben Angst vor dem, was andere über uns denken. Vielleicht sind wir sogar Sklave unserer eigenen Maßstäbe, wir versuchen das Bild von uns zu erfüllen, was wir uns selber gemacht haben. Da ist es doch viel einfacher, im Blick auf Gott zu leben. Jesus sagt einmal: „Mein Joch ist leicht." (Mt 11,30) Wenn wir im Blick auf Gott leben, müssen wir uns nicht über das sorgen, was die anderen von uns denken. Es geht uns dann nur darum, dass wir Gott gefallen, dass wir in seiner Liebe bleiben. Paulus sagt das auch: „Geht es mir denn um die Zustimmung der Menschen, oder geht es mir um Gott? Suche ich etwa Menschen zu gefallen? Wollte ich noch den Menschen gefallen, dann wäre ich kein Knecht Christi." (Gal 1,10) Wenn wir so leben, dann ist das viel leichter als wenn wir Sklave der Sünde sind und uns vor dem fürchten, was andere denken.

 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

 

Die Last, die Jesus uns auflegt, ist wirklich leicht, denn er ist bereit, uns immer wieder unsere Sünden zu verzeihen. Jesus will als erstes, dass wir in ihm leben, unseren Lebensmittelpunkt in ihn hinein verlegen, ihm unser Leben übergeben, von seinem Blut gereinigt werden. Das Joch Jesu ist nicht „moralische Höchstleistung", sondern er liebt den Sünder. Bei Jesus geht es in erster Linie darum, in ihm zu bleiben, in seiner Liebe, im Heiligen Geist. Selbstverständlich wachsen in uns dann die Früchte des Geistes, die Früchte der Liebe. (Gal 5,22) Aber wir wissen, dass wir ohne ihn nichts tun können. (Joh 15,5) Das ist ganz anders, als wenn man ständig die Erwartungen anderer Menschen erfüllen muss.

 

Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Freiheit schenkst. Du willst nicht, dass wir in Angst vor den Menschen leben müssen. Unsere Sorge soll sein, dass wir in den Himmel kommen, dass wir in der Liebe leben, in der Gemeinschaft mit dir, gereinigt von deinem Blut – immer wieder neu durch das Sakrament der Versöhnung. Jesus, ich will heute in deiner Liebe leben, das soll meine einzige Sorge sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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