Freitag, 13. Oktober 2017

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen. (Lk 11,20)

27 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,14-26.

In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann reden. Alle Leute staunten.
Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die Dämonen aus.
Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.
Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus ums andere stürzt ein.
Wenn also der Satan mit sich selbst im Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.
Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen euch das Urteil.
Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.
Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher;
wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.
Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Ein unreiner Geist, der einen Menschen verlassen hat, wandert durch die Wüste und sucht einen Ort, wo er bleiben kann. Wenn er keinen findet, sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe.
Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft,
dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher.

 

Tagesimpuls:

 

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.  (Lk 11,20)

 

Jesus spricht zu uns über die Wirklichkeit der Dämonen. Sie haben eine Hierarchie, d.h. es gibt hochrangige und niedrige, so wie Gott die Engel eben erschaffen hat. Nachdem sie gefallen waren, wurden sie von Gott nicht vernichtet, sie existieren weiter, und ihre Kräfte besitzen sie auch nach wie vor. Und wie gesagt, sie sind hierarchisch geordnet, sie haben einen Anführer, der hier von den Juden und von Jesus Beelzebul genannt wird.

 

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

 

Es kommt in der Tat vor, dass höhere Dämonen niedrigere vertreiben können. Es gibt Menschen, die sich in den Dienst dieser Dämonen stellen. Meistens nennen sie sich heute „Heiler". Die Menschen gehen zu ihnen, weil sie etwas Gutes erhoffen. Und dann kann es tatsächlich vorkommen, dass jemand von einem gewissen Übel zunächst befreit wird. Der Mensch ist dann begeistert und geht immer wieder zu diesem Heiler hin, hat er doch so gute Fähigkeiten an ihm bewiesen. Meistens kommt dann ein anderes Übel, und die Menschen brauchen wieder die Hilfe des Heilers, und auf die Dauer gehen sie immer wieder dahin und werden ganz davon abhängig. Sie kommen unter den Einfluss von immer mächtigeren Dämonen und verlieren immer mehr ihre Freiheit.

 

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

 

Die Macht Jesu ist stärker als alle dämonischen Kräfte. Aber Jesus ist auch ganz anders. Mit den dämonischen Mächten verbünden sich die Menschen, weil sie Macht haben wollen. Jesus ist zwar mächtiger als sie alle, aber Jesus ist nicht so, dass er uns eine „Superpower" geben würde, mit der wir alles erreichen, was wir wollen. Jesus hilft uns nicht, andere Menschen zu manipulieren, Jesus hilft uns nicht dabei, dass wir uns gegenüber anderen durchsetzen und alles bekommen, was wir uns wünschen. Jesu Macht ist in der Tat stärker, aber Jesus befreit uns zur Liebe. Er befreit uns dazu, dass wir in unsere Identität, in unsere Berufung hineinfinden, er hilft uns, dass wir zu den Menschen werden, zu denen er uns bestimmt hat. Letztlich können wir sagen, dass Jesus uns hilft, glücklich zu werden und ein sinnvolles Leben zu finden.

 

Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen.

 

Jesus will uns schützen vor den teuflischen Praktiken, die sich so oft hinter sehr positiv anmutenden Angeboten verstecken. Lassen wir uns nicht ein auf Angebote, die ganzheitliches Heilen versprechen mit pseudoreligiösen, spirituellen Praktiken! Übertreten wir keinesfalls das erste Gebot! Wenn es um Spiritualität geht, um Glaube und Religion, dann darf es in unserem Leben nur Jesus geben, keine verborgenen, okkulten („okkult" heißt übersetzt verborgen) Energien! Und wenn wir uns in der Vergangenheit auf solche Dinge eingelassen haben, dann brauchen wir Befreiungsgebet, um wieder ganz frei zu werden von Bindungen und Anrechten der Dämonen auf unser Leben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns befreien willst. Ich danke dir, dass wir nicht belastet werden sollen durch dämonische Mächte. Hilf uns, dass wir ganz zur Liebe finden, zu unserer Bestimmung. Schenke unserer heutigen Gesellschaft viel mehr Unterscheidung der Geister, damit es aufhört, dass so viele Menschen zur Übertretung des ersten Gebots verführt werden.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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