Freitag, 6. Oktober 2017

Wer euch hört, der hört mich. (Lk 10,16)

26 Woche im Jahreskreis – Freitag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,13-16.

In jener Zeit sprach Jesus: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind - man hätte dort in Sack und Asche Buße getan.
Tyrus und Sidon wird es beim Gericht nicht so schlimm ergehen wie euch.
Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen.
Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat.

 

Tagesimpuls:

 

Wer euch hört, der hört mich.  (Lk 10,16)

 

In den Worten der Apostel hört man Jesus selber sprechen. Jesus verbindet sich mit den Aposteln, er spricht durch sie. Wir Katholiken beziehen das direkt auf die Nachfolger der Apostel, den Papst und die Bischöfe. Es ist ein Ausdruck großen Vertrauens, wenn man sich klar macht, dass durch den Bischof Jesus selber spricht. Es ist das Vertrauen in den Heiligen Geist, der seine Kirche leitet. Der Heilige Franziskus zum Beispiel bemühte sich sehr darum, dass seine Gemeinschaft vom Papst anerkannt wurde. Es gab in der damaligen Zeit viele Reformbemühungen, viele Erneuerungsbewegungen, aber sie sind alle verschwunden, untergegangen, haben die Kirche nicht nachhaltig verändert, denn sie waren nicht integriert in die Kirche, haben die Kirche bekämpft und sind von der Kirche bekämpft worden.  Ganz anders Franziskus und seine Bewegung. Von ihm spricht man noch heute, er ist immer noch aktuell, sein Wirken hat die Kirche geprägt und ihr Gesicht verändert. Das alles ist möglich geworden, weil Franziskus vertraut hat. Er hat sich dem Urteil des damaligen Papstes unterstellt. Das konnte er machen, weil er darauf vertraute, dass durch den Papst Jesus selber spricht und seine Kirche leitet.

 

Wer euch hört, der hört mich.

 

Es ist nicht immer leicht, dieses Vertrauen aufzubringen in den Papst, die Bischöfe, auch in die Priester, denn sie alle sind Menschen, die auch Fehler haben und machen. Aber hier geht es um die Größe und die Allmacht Gottes. Man muss sich fragen: Hat Gott die Fähigkeit, trotz der menschlichen Fehler und Schwächen die Kirche durch seine Apostel und deren Mitarbeiter zu leiten? Gott weiß um all die menschlichen Fehler, und dennoch sagt Jesus:

 

Wer euch hört, der hört mich.

 

Gott ist so groß und so gut, dass er dafür sorgen kann, dass seine Stimme nicht untergeht und sein Wirken nicht verhindert wird in der Kirche. Er kann zu den Menschen sprechen und seine Wahrheit bezeugen lassen von Generation zu Generation trotz aller Hindernisse, die wir ihm durch unsere Sünden in den Weg legen. Gott ist einfach genial. Wir werden nie verstehen, wie er das macht, wie er das schafft, aber er schafft es. Er kann mit schwachen Menschen sein Werk hier in der Welt durchführen, so dass seine Stimme die Herzen der Menschen in allen Generationen erreicht.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für den Beistand, den du deiner Kirche schenkst. Ich danke dir, dass ich vertrauen kann, dass ich deine Stimme hören kann durch die Leitung der Kirche, durch die Nachfolger der Apostel. Und dass dies möglich ist, obwohl wir alle unsere vielen Fehler haben. Jesus, ich bitte dich, dass du unsere Kirche führst durch alle Schwierigkeiten, dass wir auf dich hören, dass wir bereit sind, deinen Willen zu tun. Hilf uns, die Menschen anzusprechen, dass sie auch durch uns deine Stimme hören.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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