Montag, 23. Oktober 2017

Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? (Lk 12,14)

29 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,13-21.

In jener Zeit bat einer aus der Volksmenge Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen.
Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?
Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt.
Und er erzählte ihnen folgendes Beispiel: Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er hin und her: Was soll ich tun? Ich weiß nicht, wo ich meine Ernte unterbringen soll.
Schließlich sagte er: So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen und größere bauen; dort werde ich mein ganzes Getreide und meine Vorräte unterbringen.
Dann kann ich zu mir selber sagen: Nun hast du einen großen Vorrat, der für viele Jahre reicht. Ruh dich aus, iss und trink, und freu dich des Lebens!
Da sprach Gott zu ihm: Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?
So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.

 

Tagesimpuls:

 

Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?  (Lk 12,14)

 

Jesus greift nicht in die Tagespolitik ein, wie wir gestern gesehen haben, er greift auch normalerweise nicht ein in die alltäglichen Konflikte der Menschen. Stattdessen lehrt er sie. Unser Bischof sagte, dass die Verkündigung Vorrang haben muss. Jesus war kein Sozialarbeiter. Sozialarbeiter sind sehr wichtig, das soll nicht in Abrede gestellt werden, aber Jesu Berufung war klar: Die Verkündigung und die Lehre hatte Vorrang.

 

Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?

 

Jesus lehrt die Menschen. Dann kann der Heilige Geist zu ihnen kommen, und ihr Inneres wird verändert. Dann gibt es sowieso weniger Konflikte auf der Erde, wenn mehr Menschen von christlichen Geist und von der Lehre Jesu geprägt sind. Der christliche Geist kann unter den Menschen nur wachsen durch die Verkündigung. Deshalb muss die Verkündigung Vorrang haben. Deshalb hatte Jesus auch gesagt „Arme habt ihr immer bei euch." (Joh 12,8). Auch das wiederum widerspricht nicht unserer großen Aufgabe, Armen zu helfen. Aber wenn ich ein Problem löse, einem Armen helfe, dann richte ich verhältnismäßig wenig aus. Wenn ich aber das Evangelium verkünde, dann wird demnächst eine ganze Generation vom christlichen Geist geprägt sein.

 

Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?

 

Zum Glück gibt es in der Kirche viele Charismen. Wir alle leben gemeinsam mit unseren Charismen Jesus. Da gibt es viele, die den Armen helfen, anderen, die das Evangelium verkünden. Ich verstehe aber, warum unser Bischof sagt, dass die Verkündigung immer Vorrang haben muss. Vielleicht ist ein Christ Schlichter und hilft Menschen, Probleme zu lösen. Das ist wirklich gut. Besser ist es aber, durch die Verkündigung dafür zu sorgen, dass in der nächsten Generation viel weniger solcher Probleme entstehen. Verkündigung bringt nicht immer den direkten Erfolg, ist dafür aber nachhaltiger. Schön wäre es, wenn in den caritativen Aktionen der Kirche der Aspekt der Verkündigung auch sichtbar wäre. Vieles könnte man auch mit einander verbinden, ohne dabei die Hilfe einzuschränken auf nur die Personen, die sich für die Verkündigung öffnen. Die Liebe und die Hilfe soll allen gelten. Aber trotzdem darf man doch merken, dass wir Christen sind.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns den Weg zeigst – so konkret und praktisch. Hilf uns, zu erkennen, wo wir konkret Hilfe leisten können und sollen, vor allem auch, wenn es darum geht, bei der Lösung von Konflikten zu helfen. Aber ich bitte dich auch, dass du unserer Kirche hilfst, den richtigen Weg wieder mehr zu finden, dass die Verkündigung im Mittelpunkt stehen muss. Dazu brauchen wir immer mehr Menschen, die wirklich von dir begeistert sind. Schenke unserer Kirche viele Menschen, die deine Liebe verkünden können.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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