Samstag, 21. Oktober 2017

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht. (Mt 22,18)

29 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mt 22, 15-21

 

In jener Zeit

15kamen die Pharisäer zusammen und beschlossen, Jesus mit einer Frage eine Falle zu stellen.

16Sie veranlassten ihre Jünger, zusammen mit den Anhängern des Herodes zu ihm zu gehen und zu sagen: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und wirklich den Weg Gottes lehrst, ohne auf jemand Rücksicht zu nehmen; denn du siehst nicht auf die Person.

17Sag uns also: Ist es nach deiner Meinung erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht?

18Jesus aber erkannte ihre böse Absicht und sagte: Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle?

19Zeigt mir die Münze, mit der ihr eure Steuern bezahlt! Da hielten sie ihm einen Denar hin.

20Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das?

21Sie antworteten: Des Kaisers. Darauf sagte er zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!

 

 

Tagesimpuls:

 

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht.  (Mt 22,18)

 

Jesus wird hier gezielt und vorsätzlich getäuscht. Das Vorhaben ist geplant. Er soll in die Irre geführt werden durch eine Menge von Komplimenten, die ihm zunächst gemacht werden. Aber dann soll er in die tödliche Falle gelockt werden, indem er sich gegen den Kaiser ausspricht. Jesus aber erkennt ihre böse Absicht. Er bleibt ruhig und souverän. Er verurteilt nicht, reagiert aber authentisch. Jesus ist hier für uns ein großes Vorbild. Nicht zu verurteilen, in der Liebe zu bleiben heißt nicht, dass man alles herunterschlucken muss. Das darf man nicht. Man muss ehrlich bleiben, ehrlich mit sich selber und mit den anderen umgehen. Darum sagt Jesus: „Ihr Heuchler, warum stellt ihr mir eine Falle?" Er schluckt den Angriff nicht einfach herunter, aber er bleibt immer noch in der Liebe, er sucht das Gespräch.

 

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht.

 

Auch wir werden immer wieder von Menschen angegriffen. Wie reagiere ich in solchen Situationen? Ich wünschte mir, dass ich immer so souverän reagieren könnte wie Jesus. Er bleibt ruhig, er gibt eine intelligente Antwort. Er überführt seine Gegner, in der Hoffnung, dass sie sich bekehren. Er weicht dem Konflikt nicht aus, bleibt aber immer in der Liebe. Vielleicht denken jetzt viele: „Ja ich wünschte, ich könnte das, aber mir gelingt das nicht." Auch ich selber fühle mich von Konflikten oft überfordert. Aber ich habe auch erfahren, dass es nicht darauf ankommt, dass ich glänze und rhetorisch super gut dastehe. Manchmal ist meine Reaktion sehr schwach und unbeholfen, und dennoch hat der Heilige Geist mir in solchen Situationen geholfen. Ich finde, die Hauptsache ist, dass ich mich der Situation stelle, dass ich ehrlich sage, wie es mir geht, dass die Menschen spüren, wenn sie eine Grenze überschritten haben. Ob das dann so super intelligent herauskommt wie hier bei Jesus, ist eine andere Sache. Darauf kommt es gar nicht an. Wichtig ist nur, dass ich etwas sage, dass ich es nicht einfach herunterschlucke. Wenn ich mich bemühe, echt und ehrlich zu reagieren, dann kann der Heilige Geist das gebrauchen und damit den anderen berühren.

 

Jesus aber erkannte ihre böse Absicht.

 

Bitten wir den Heiligen Geist darum, dass es uns gelingt, bei Angriffen adäquat zu reagieren! Bitten wir ihn, dass wir ehrlich bleiben, nicht ausweichen, sondern uns der Situation stellen!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir in dir so ein gutes Vorbild haben. Wir alle haben immer wieder Konflikte, und du zeigst uns, wie wir mit Hilfe des Heiligen Geistes damit umgehen können. Jesus, hilf uns, dass wir ehrlich bleiben, damit der Heilige Geist durch uns wirken kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

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