Montag, 9. Oktober 2017

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. (Lk 10,27)

27 Woche im Jahreskreis – Montag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 10,25-37.

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?
Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben.
Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.
Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter.
Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter.
Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid,
ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.
Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.
Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!

 

Tagesimpuls:

 

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.  (Lk 10,27)

 

Die Nächstenliebe hat in den Augen Jesu einen sehr hohen Stellenwert. Wir werden am Ende nach der Nächstenliebe gerichtet, nicht danach, wie viel wir gebetet haben. Die Frage wird sein, wie viel wir geliebt haben. Aber es gibt eine Beziehung zwischen Gebet und Nächstenliebe. Wenn es diese Beziehung nicht gäbe, dann könnten wir Humanisten sein. Dann könnten wir uns auf den Standpunkt stellen: „Das Wichtigste ist die Nächstenliebe, die sollen wir praktizieren, dazu muss man nicht unbedingt beten oder an Gott glauben." Das ist nicht unser Standpunkt als Christen. Wir Christen glauben daran, dass wir die Beziehung zu Jesus brauchen, damit er uns von den Sünden befreit und dazu befähigt unsere Mitmenschen zu lieben. Wir glauben, dass wir den Heiligen Geist brauchen, der ausgegossen wird in unsere Herzen, damit die Liebe in uns fließen kann. 

 

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.

 

Theresa von Avila beschreibt die Beziehung von Gebet und Nächstenliebe in einem Gleichnis vom Gärtner. Das Gebet ist das Bewässern der Pflanzen. Und die schönen Blumen, die dort wachsen, das sind die Tugenden, die guten Werke, unsere Nächstenliebe. Wir müssen die Blumen immer wieder bewässern. So brauchen wir das Gebet. Jesus sagt ja auch: „Ohne mich könnt ihr nichts tun" (Joh 15,5).

 

Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.

 

Damit sich das Gebet allerdings wirklich auf unser Inneres auswirkt, damit es das Wachstum der Liebe fördert, ist es wichtig, dass wir mit dem Herzen beten. Es ist wichtig, dass unser Gebet unser Herz berührt, dass es nicht nur äußerlich formal vollzogen wird. Man könnte stundenlang beten, ohne dass das Gebet unser Herz verändert. Wir müssen daher immer darauf achten, dass unser Gebet wirklich unsere lebendige Beziehung zu Jesus ist, dass die Liebe in uns zu fließen beginnt. Wenn das so ist, dann fördert das Gebet die Liebe in uns, und dann wird sich das auch auf unsere Tugenden, unsere Nächstenliebe auswirken.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich zu einem liebesfähigen Menschen machst. Ich verstehe auch, dass die Liebe das Wichtigste ist. Ja, ich will meine Mitmenschen lieben, so wie du sie geliebt hast. Dazu muss der Friede in mein Herz einkehren. Dazu brauche ich dich, Jesus! Jesus, Heiliger Geist, helft mir, dass mein Gebet lebendig ist, dass die Beziehung zu euch dadurch jedes Mal wächst, dass die Liebe in mir immer mehr zu fließen beginnt.

 

 

Pastor Roland Bohnen

 

 

 

 

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