Samstag, 4. Mai 2019

Ein anderer wird dich gürten und dich führen. (Joh 21,18)

03 Sonntag der Osterzeit

 

 

EVANGELIUM

Joh 21, 1-19

 

In jener Zeit

1offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise.

2Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen.

3Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts.

4Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.

5Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein.

6Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es.

7Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See.

8Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot - sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen - und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her.

9Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot.

10Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.

11Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht.

12Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.

13Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

14Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

15Als sie gegessen hatten, sagte Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr als diese? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Lämmer!

16Zum zweiten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

17Zum dritten Mal fragte er ihn: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Da wurde Petrus traurig, weil Jesus ihn zum dritten Mal gefragt hatte: Hast du mich lieb? Er gab ihm zu Antwort: Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe. Jesus sagte zu ihm: Weide meine Schafe!

18Amen, amen, das sage ich dir: Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nicht willst.

19Das sagte Jesus, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen würde. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!

 

 

Tagesimpuls:

 

Ein anderer wird dich gürten und dich führen.  (Joh 21,18)

 

Sich von Gott, von Jesus, vom Heiligen Geist führen lassen! Zuerst machen die Jünger ihr eigenes Ding, sie gehen fischen, aber es ist nicht der Wille Gottes. Es ist eine Aktivität, die Petrus einfach so vorschlägt. Er hat nicht vorher gebetet, hat nicht nach dem Willen Gottes gefragt, er macht es einfach. Für ihn ist Jesus tot und er macht wieder sein altes Leben. Aber wenn man nicht den Willen Gottes tut, dann ist es fruchtlos, wie die Jünger hier deutlich erfahren. Jesus konfrontiert sie mit ihrem Misserfolg, mit ihrer Fruchtlosigkeit, indem er sie fragt: „Habt ihr nichts zu essen?" Da müssen sie zugeben, dass ihre Aktivität nichts gebracht hat, sie war sinnlos.

 

Ein anderer wird dich gürten und dich führen.

 

Wir müssen auch unsere Leere, unseren Misserfolg eingestehen, von unserem eigenen Tun loslassen, ja, wir müssen sogar vielem ehrlich widersagen, uns davon distanzieren, um frei zu werden dafür, dass wir uns von Jesus führen lassen können. Wenn wir mit leeren Händen vor Jesus stehen, ihm gegenüber zugeben, dass wir aus eigener Kraft nichts vollbringen können, dann werden wir frei, um seine Stimme zu hören. Dann kann er uns sagen, was wir tun sollen. In diesem Fall ist es dasselbe: Fischen. Aber fischen und fischen ist ein gewaltiger Unterschied. Ob man fischt, weil man es selber will, oder ob man fischt, weil es der Wille Gottes ist, das macht den Unterschied. Petrus lernt: Ich muss mich führen lassen von Jesus.

 

Ein anderer wird dich gürten und dich führen.

 

Je älter wir werden, umso mehr sollten wir uns von Jesus führen lassen. Dazu muss das eigene Ich immer mehr sterben. Das könnte beängstigend sein, aber es ist zugleich auch befreiend. Wenn ich ehrlich bin, will ich gar nicht mehr mein eigenes Ding machen. Ich will mich führen lassen, weil ich weiß, dass das viel besser ist. In den Bereichen, wo ich noch unfrei bin, die noch dem Willen Gottes widerstreben, da wünsche ich mir mehr Freiheit, um auch dort den Willen Gottes leben zu können. Inzwischen sehe ich es als das größte Glück an, wenn mein Leben ganz von Jesus geführt würde. Eine große Hilfe dabei ist das häufige Gebet zum Heiligen Geist. Der Heilige Geist soll mich ganz durchdringen, soll die Kontrolle über mein Leben nehmen und mich ganz und gar führen. Etwas Besseres gibt es nicht.

 

Gebet:

Jesus, du willst mich führen, und ich will mich von dir führen lassen. In manchen Bereichen bin ich noch nicht frei, aber die Freiheit wächst. Ich will nicht mehr nur meine eigenen Ideen und Pläne verwirklichen, ich will deinen Willen tun. Bitte schenke mir immer mehr Freiheit, damit ich in allem deinen Willen tun kann. Heiliger Geist, bitte übernimm du immer mehr Kontrolle über mein Leben, damit ich ganz von dir geführt werde.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Jesus  beim Lesen vom heutigen Tagesevangelium  lasse ich mich nun hineinnehmen und betrachte die Glaubensgemeinschaft DEINER Apostel.

    Nach dem gefühlten Durchleben von DEINER Glaubenslehre,
    die Gemeinschaft mit Dir bis hin mit Johannes unter dem "Todeskreuz,"
    und mit Maria Magdalena  hin zum "OFFENEN UND LEEREN GRAB"...  betrachte auch ich nun meinen Glauben.

    Wie erlebe ich DICH, wenn ich DICH in meinem Alltag sehe?

    Wie reagiere ich, wenn ich DEIN WORT höre,  und DICH sehe in der Hl.EUCHARISTIE?

    Habe auch ich dann Mut, wie
    Petrus zu antworten, wenn ich DEINE Frage höre...
    Simon, (...mein Name ) liebst du mich mehr als diese?
    Er antwortete ihm: Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebe.

    HL.Geist, ich erbitte die Gnade der Liebe...damit ich für Jesus immer richtig antworten kann.

    Amen

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