Donnerstag, 2. Mai 2019

Er gibt den Geist unbegrenzt. (Joh 3,34)

02 Woche der Osterzeit    Donnerstag

 

EVANGELIUM

Joh 3, 31-36

 

31Er, der von oben kommt, steht über allen; wer von der Erde stammt, ist irdisch und redet irdisch. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen. 

32Was er gesehen und gehört hat, bezeugt er, doch niemand nimmt sein Zeugnis an. 

33Wer sein Zeugnis annimmt, beglaubigt, dass Gott wahrhaftig ist.

34Denn der, den Gott gesandt hat, verkündet die Worte Gottes; denn er gibt den Geist unbegrenzt. 

35Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.

36Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern Gottes Zorn bleibt auf ihm.

 

 

Tagesimpuls:

 

Er gibt den Geist unbegrenzt.   (Joh 3,34)

 

Gott ist unendlich. Das heißt, dass wir nie alles von Gott empfangen können. Es gibt immer ein Mehr. Wir können so viel von Gott empfangen, wie wir wollen. Gott stellt uns alles zur Verfügung. Er setzt uns keine Grenzen. Er will uns seine Liebe ganz schenken. Aus der unendlichen Fülle der Liebe Gottes sollen wir so viel schöpfen, wie wir wollen. Wir sollen, wenn es nach Gott geht, immer mehr empfangen. Am liebsten hätte Gott, wenn wir von ihm die unendliche Fülle seiner Liebe empfangen würden.

 

Er gibt den Geist unbegrenzt. 

 

Wir Menschen denken mitunter, dass Gott uns Grenzen setzen würde, dass er uns nicht alles schenken würde. Aber es ist nicht Gott, der die Grenzen setzt, sondern wir selber. Es liegt nicht an Gott, wenn wir nicht so viel empfangen, wie möglich wäre, sondern es liegt an uns. Wir selber setzen die Grenzen. Wir hindern Gott daran, uns so viel zu schenken, wie er will. Vielleicht kennen wir dies aus der zwischenmenschlichen Erfahrung. Vielleicht haben wir schon einmal einen Menschen geliebt (das muss jetzt nicht die erotische Liebe sein), der unsere Liebe nicht annehmen konnte. Der Mensch hätte sehr viel Liebe und Hilfe von uns empfangen können, aber er hat uns abgelehnt oder ist uns irgendwie ausgewichen. Auf jeden Fall hat er die Chance nicht genutzt, obwohl wir bereit waren, ihm so viel zu schenken. Wer das schon einmal erlebt hat, der versteht vielleicht, wie Gott sich fühlt. Er will uns Menschen alles unbegrenzt schenken, aber wir lehnen es ab, wir sind irgendwie nicht bereit dafür.

 

Er gibt den Geist unbegrenzt. 

 

Es gibt einen Heilig-Geist-Rosenkranz. Das erste Gesätz darin lautet: „… der unser Herz für die Gnadenfülle des Heiligen Geistes bereiten wolle." Dieses Gesätz erkennt das Problem an, dass wir nicht für die grenzenlose Fülle Gottes bereit sind. Wir können nur immer bitten, dass Gott uns helfen möge, unser Herz ganz zu öffnen für seine Gnadenfülle. Maria hatte ein ganz offenes Herz. Sie kann uns auch helfen, uns zu öffnen, dass die göttlichen Gnaden nicht an der Härte unseres Herzens abprallen, sondern dass es uns gelingen möge, sie zu empfangen.

 

Gebet:

Jesus, ich weiß, dass du mir alles schenken willst, unbegrenzt. Wenn ich immer noch so wenig von deiner Fülle habe, dann muss es daran liegen, dass ich dich unbewusst ablehne, dass ich unbewusst mein Herz verschließe. Bitte zeige mir, wo die Blockaden sind, und hilf mir, sie zu lösen, dass deine Liebe fließen kann, ohne dass ich diesen Liebesfluss aufhalte. Hilf mir, dass mein Herz so offen wird wie das Herz von Maria.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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