Dienstag, 28. Mai 2019

Wenn er kommt, wird er die Welt überführen. (Joh 16,8)

06 Woche der Osterzeit   Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 16,5-11

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Jetzt gehe ich zu dem, der mich gesandt hat, und keiner von euch fragt mich: Wohin gehst du? 

Vielmehr ist euer Herz von Trauer erfüllt, weil ich euch das gesagt habe. 

Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich fortgehe. Denn wenn ich nicht fortgehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen; gehe ich aber, so werde ich ihn zu euch senden. 

Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen (und aufdecken), was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist; 

Sünde: dass sie nicht an mich glauben; 

Gerechtigkeit: dass ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr seht; 

Gericht: dass der Herrscher dieser Welt gerichtet ist.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn er kommt, wird er die Welt überführen.  (Joh 16,8)

 

In einem schönen Film unterhalten sich zwei Männer. Der eine hatte ein uneheliches Kind, um dass er sich nie gekümmert hatte. Sie reden miteinander darüber. Der mit dem unehelichen Kind sagt: „Ich will mich deswegen nicht schuldig fühlen, ich will mir keine Schuldgefühle einreden lassen." Darauf antwortet der andere: „Sagen wir es mal so: Du bist schuldig." Es geht nicht darum, ob er Schuldgefühle hat oder sich einredet, er ist schuldig. Diese Erkenntnis schenkt der Heilige Geist. Und das ist eine Gnade. Wir wissen genau, was wir falsch gemacht haben, denn der Heilige Geist überführt uns.

 

Wenn er kommt, wird er die Welt überführen. 

 

Man kann die Stimme des Heiligen Geistes unterdrücken. Man kann sich ablenken. Man kann sich mit den Verstand Ausreden zurechtlegen. Heute bekommt man auch im Raum der Kirche viele Mitstreiter, die diese Ausreden unterstützen. Wie oft wird die Morallehre der Kirche unterwandert mit dem Argument, dass das heute ja nicht mehr so streng wäre wie früher. Aber tief in uns wirkt der Heilige Geist, der uns genau sagt, was nicht in Ordnung ist. Und wir müssen uns entscheiden, ob wir auf unseren Verstand mit den selbst gemachten Ausreden oder auf die Stimme in unserem Herzen hören.

 

Wenn er kommt, wird er die Welt überführen. 

 

Wenn wir uns vom Heiligen Geist überführen und leiten lassen, dann kann es sein, dass wir nicht alles richtig machen, so wie wir es sollten. Es liegt noch ein Weg der Heilung und der Befreiung vor uns. Aber es ist ein großer Unterschied, ob wir das Gute als gut anerkennen, und wenn wir es nicht schaffen, dann unsere Sünden bekennen und beichten, oder ob wir das Gute nicht anerkennen und behaupten, dass wir keine Sünde hätten. Dass wir uns vom Heiligen Geist überführen lassen, ist das Wesentliche, auch wenn wir nicht alles so leben, wie wir es als richtig erkannt haben. Wenn wir uns dagegen auf unsere Ausreden berufen und das Gute nicht mehr anerkennen, wenn wir uns selbst rechtfertigen und die Gebote Gottes verdrehen (wofür wir wie gesagt genügend Mitstreiter finden, die uns darin bestätigen), dann führt das zu Verhärtung und zur Verstocktheit des Herzens, und davon können wir nur noch schwer befreit werden.

 

Gebet:

Heiliger Geist, ich will nicht verstockt sein, ich will mich von dir leiten und überführen lassen. Ich will immer deine Gebote als wahr anerkennen, auch wenn ich in meiner Schwachheit nicht alles so leben kann, wie es richtig ist. Ich danke dir, dass du mit mir den Weg der Heilung und der Befreiung gehst, und dass mein Leben immer mehr transformiert wird, bis ich einmal ganz Christus ähnlich sein kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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