Montag, 13. Mai 2019

Ich bin die Tür zu den Schafen. (Joh 10,7)

04 Woche der Osterzeit   Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 10,1-10

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. 

Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. 

Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. 

Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. 

Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. 

Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. 

Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 

Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. 

Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. 

Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.  (Joh 10,7)

 

Gestern haben wir gehört, dass Jesus der gute Hirte ist. Heute, in diesem Teil des Gleichnisses, bezeichnet sich Jesus als die Tür. Demzufolge sind wir die Hirten, die durch die richtige Tür zu den Schafen gehen sollen. Da gestern der Weltgebetstag für geistliche Berufe war, wurde an diese Wirklichkeit erinnert. Jesus ist der Hirte, aber auch wir sind die Hirten. Und es gibt ein besonderes Hirtenamt in der Kirche, die Priester, die auch Pastoren genannt werden. Das Wort Pastor kommt aus dem Lateinischen und heißt Hirte. Die katholische Kirche sieht es so: Es gibt das allgemeine Priesteramt. Demzufolge sind alle Christen Priester, Pastoren, Hirten. Alle haben von Jesus die Hirtensorge für die Herde übertragen bekommen. Dazu gibt es noch ein besonderes Hirtenamt, Priesteramt, das sind die geweihten Priester. Sie repräsentieren in besonderer Weise in der Kirche Jesus, den guten Hirten.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

 

Dies alles folgt aus der Tatsache, dass Jesus nicht nur der gute Hirte, sondern auch die Tür ist. Denn wenn er die Tür ist, dann sind wir die Hirten, die aufgerufen sind, durch die richtige Tür zu den Schafen zu gehen. Wir sollen also nicht ohne Jesus zu unseren Mitmenschen gehen. Alle unsere menschlichen Beziehungen sollen durch Jesus geläutert sein. Anderenfalls mischt sich immer unser Egoismus in die Beziehungen. Selbst wenn ich meine, dem anderen Gutes zu wollen, muss ich mich immer wieder prüfen: Suche ich nicht doch meinen Vorteil? Suche ich Bestätigung und Anerkennung für mich? Gebrauche ich den anderen nicht dafür, dass er meine Meinung bestätigen soll? Nutze ich den anderen nicht für meine Zwecke aus?

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

 

Wir brauchen in unseren Beziehungen dieses Dreieck. Die Basis ist meine Beziehung zum Mitmenschen, aber uns beide verbindet auch die Beziehung zu Gott. In der Ehe sagen wir: Jesus ist der Dritte im Bund. Es geht nicht darum was ich will oder was du willst, sondern wir beide finden uns in dem, was Jesus für uns beide will. Es geht also immer wieder um Jesus.

 

Ich bin die Tür zu den Schafen.

 

Manchmal, wenn uns Beziehungen nicht so gut gelingen, dann sind wir eher geneigt, Jesus in die Beziehung hineinzulassen. Wir beginnen, mehr zu beten, mehr auf Jesus zu hören. Dann wird die Krise der Beziehung zu einer Chance. Am besten ist es, wenn wir immer Jesus einen großen Raum geben in unseren Beziehungen. Das geht auch dann, wenn der andere nicht an Jesus glaubt. Ich kann immer mit Jesus zu ihm gehen, für ihn beten, Jesus in alles mit hineinnehmen. Wenn beide das tun, ist es natürlich noch besser. Versuchen wir, das heute im Blick zu behalten! Gehen wir mit Jesus auf die Menschen zu! Gehen wir immer durch die richtige Tür!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für alle gelingenden Beziehungen, für alle guten Freunde. Ich stoße auch immer wieder an Grenzen, dann beginne ich, mehr zu beten. Aber ich will dir versrechen, nicht nur dann zu dir zu kommen, wenn ich an die Grenzen stoße. Ich will immer durch dich zu den Menschen gehen. Ich will immer wieder an dich denken, in meinem Inneren kleine Gebete zu dir sprechen, wenn ich mit Menschen zusammen bin. Führe du meine Beziehungen, führe du mich zu den Menschen! Und hilf mir, dass ich andere nicht ausnutze, sondern dass ich in deinem Willen bin in den Begegnungen mit den Menschen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. In Gott gibt es
    -kein anderes Wort...
    -keinen anderen Geist...
    -keine andere Liebe...
    und keine andere Türe,
    als Jesus Christus allein !!

    Jesus, sende die ganze Kraft DEINES HEILIGEN GEISTES...damit alle Menschen die "wahre Türe" finden und diese auch öffnen...

    ● und n i c h t wie jene Menschen die
    unter dem Motto "Maria 2.0" die vielen Frauen und Männer auffordern, eine Woche lang keine Kirchen zu betreten und ehrenamtliche Tätigkeiten ruhen zu lassen...

    Jesus, hilf uns durch die Macht des Gebetes, dass wir dir wahre Türe finden, und auf deine Stimme hören.

    Amen

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