Donnerstag, 9. Mai 2019

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt. (Joh 6,51)

03 Woche der Osterzeit   Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 6,44-51

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. 

Bei den Propheten heißt es: Und alle werden Schüler Gottes sein. Jeder, der auf den Vater hört und seine Lehre annimmt, wird zu mir kommen. 

Niemand hat den Vater gesehen außer dem, der von Gott ist; nur er hat den Vater gesehen. 

Amen, amen, ich sage euch: Wer glaubt, hat das ewige Leben. 

Ich bin das Brot des Lebens. 

Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. 

So aber ist es mit dem Brot, das vom Himmel herabkommt: Wenn jemand davon isst, wird er nicht sterben. 

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

 

Tagesimpuls:

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.  (Joh 6,51)

 

Im sechsten Kapitel des Johannesevangeliums wird erst von der Brotvermehrung berichtet, danach hören wir die sogenannte Brotrede. Es wird immer deutlicher, dass Jesus die Eucharistie erklärt. Er ist das Brot vom Himmel. Er wird am Kreuz sein Leben für uns hingeben. Er ist das lebendige Brot, das vom Himmel zu uns gekommen ist, das der Vater uns gibt. In der Eucharistie empfangen wir ihn, sein Fleisch, seinen Leib, der für uns hingegeben wird.

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

Aus meiner Kindheit habe ich die katholische Messfeier nicht so in Erinnerung, dass man eine lebendige Beziehung zu Jesus spürte. Sie wurde wie ein Ritual absolviert, einfach wie eine Tradition. Auch noch Jahre später in meiner Jugend und als junger Erwachsener hätte ich, wenn ich an eine lebendige Beziehung zu Jesus dachte, zunächst nicht an die Eucharistiefeier gedacht, sondern eher an lebendige Gebetsgruppen, an Lobpreis, an Bibelgespräche oder ähnliches. Ich weiß noch, wie wir als Jugendliche diskutierten. Wir hatten sonntagsabends unseren Jugendgebetskreis. Und einer hatte an diesem Sonntag noch nicht die Messe gefeiert. Nun diskutierten wir, ob es besser sei, dass er am Gebetskreis teilnähme, oder ob er besser an einer Sonntagabendmesse irgendwo in der Stadt teilnehmen sollte. Die Teilnahme am Jugendgebetskreis hätte er bevorzugt, aber wir erkannten, dass die Messe wichtiger ist. Das war eine Vernunfterkenntnis, denn vom Gefühl her spürten wir die Nähe zu Jesus viel mehr im Gebetskreis als in der Messe.

 

Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.

 

Das alles ist bedauerlich. Müssten wir die Messfeier nicht als Höhepunkt unserer Beziehung zu Jesus erfahren? Heute ist das bei mir anders. Heute erlebe ich die Messe wirklich als Höhepunkt und würde kein anderes Gebet bevorzugen. Wichtig dabei ist meine persönliche Haltung. Vor kurzem sagte mir jemand, dass er in einer Messe war, wo der Priester seiner Meinung nach keine besonders starke Ausstrahlung hatte. Er sagte: „Dieser Priester hat das irgendwie nicht so gut ‚rübergebracht'". Trotzdem hat er das Evangelium betrachtend gehört, und er hat es mit hineingenommen in seinen Alltag, wo er es immer wieder innerlich betrachten und auf seine Lebenssituation beziehen konnte. Das ist für mich eine vorbildliche Haltung. Anstatt mich über die Messe zu beschweren bringe ich mich ganz ein. Wenn ich mich einbringe, wird sie für mich lebendig. Und je mehr Menschen sich einbringen, umso lebendiger wird sie. Aber ich muss bei mir anfangen. Das überträgt sich dann auf die Dauer auch auf die andern.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für die Eucharistie, den Höhepunkt unserer Beziehung zu dir. Du schenkst uns dich selber, deinen Leib. Hilf uns, die Eucharistie lebendig zu feiern, dass sie für uns als Höhepunkt erfahrbar ist. Schenke uns deinen Geist, damit wir immer lebendige Gottesdienste feiern, so dass wir aufgebaut werden zu deinem Leib, zu deinem Volk, und dass wir in die Welt ausstrahlen und viele zum Glauben kommen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, du sagst:" Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zu mir führt; ..."

    - für mich klingt es so,
    dass ich zwar ein  von Gott geführtes Menschenkind bin,    ich mich aber auch führen lassen muss - dass ich also mitarbeiten muss.

    Es ist so...wie sie es Herr Pastor, schreiben: "...Anstatt mich über die Messe zu beschweren bringe ich mich ganz ein. Wenn ich mich einbringe, wird sie für mich lebendig...."

    Zwar kann ich hinsichtlich verschiedener Punkte anderer Meinung sein, jedoch geht's immer in erster Linie nur um JESUS und zur EHRE Gottes.

    Ich muss mich "berühren lassen" so wie es dem Kämmerer
    ( in der Apg.8, 26-40 ) ergangen ist.

    Ich muss mich jedesmal neu von Gott führen lassen ...in Auslegung der Schrift, in Stärkung meines Glaubens.. bis hin, zu Jesus in der Hl.Eucharistie.
    ● mein Wille muss klein werden und Gottes Willen in mir gross werden


    Hl.Schutzengel führe mich auf den wahren Gottes Weg - damit ich einst in Jesus Christus auferweckt werde.

    Amen

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