Donnerstag, 15. Oktober 2020

Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. (Lk 11,52)

 Woche im Jahreskreis        

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 11,47-54

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren Vätern umgebracht wurden. 

Damit bestätigt und billigt ihr, was eure Väter getan haben. Sie haben die Propheten umgebracht, ihr errichtet ihnen Bauten. 

Deshalb hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde Propheten und Apostel zu ihnen senden, und sie werden einige von ihnen töten und andere verfolgen, 

damit das Blut aller Propheten, das seit der Erschaffung der Welt vergossen worden ist, an dieser Generation gerächt wird, 

vom Blut Abels bis zum Blut des Zacharias, der im Vorhof zwischen Altar und Tempel umgebracht wurde. Ja, das sage ich euch: An dieser Generation wird es gerächt werden. 

Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel der Tür zur Erkenntnis weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert. 

Als Jesus das Haus verlassen hatte, begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer, ihn mit vielerlei Fragen hartnäckig zu bedrängen; 

sie versuchten, ihm eine Falle zu stellen, damit er sich in seinen eigenen Worten verfange.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.  (Lk 11,52)

 

Hier sehe ich eine große Verantwortung für die Priester und Theologen. Gott öffnet so viele Türen in unserer Generation. Aber wir müssen schon hineingehen. Und wenn wir selber nicht hineingehen wollen, dann sollen wir wenigstens nicht andere daran hindern, hineinzugehen. Ich will einmal verschiedene Türen benennen, die Gott uns aufschließt. Ich denke an Medugorje. Ich kenne so viele Menschen, die dadurch einen deutlich tieferen Glauben an Jesus im Heiligen Geist gefunden haben. Ich denke an die Verehrung des Barmherzigen Jesus. Ich denke an die Charismatische Erneuerung, die Pfingstbewegung. Ich denke an Initiativen zur eucharistischen Anbetung, wie z.B. das 24/7 Gebet, Anbetungen für Berufungen, oder auch die Gebetshausbewegung von IHOP und Augsburg. Dann denke ich an die vielen neuen geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Wie viele Türen öffnet uns Gott, weil er weiß, dass sich unsere Gesellschaft in rasanter Geschwindigkeit ändert und die Wege, die die Kirche vor Jahrzehnten beschritten hat, heute nicht mehr helfen, Menschen zu einem lebendigen Glauben zu führen! Keiner kann doch ernsthaft sagen, dass unser System mit Kindertaufe ohne Katechese der Eltern, Erstkommunionvorbereitung für Kinder, die das Kreuzzeichen noch nicht kennen, Firmung für Jugendliche, die sich danach von der Kirche verabschieden, Eheschließung ohne intensive katechetische Vorbereitung, dass dieses System dazu geeignet ist, Jünger Jesu zu machen und Menschen in einen tiefen Glauben zu führen. Aber Gott öffnet neue Türen. Allerdings geht in Deutschland fast niemand durch diese neuen Türen, die Gott geöffnet hat. Ein Beispiel in Zahlen: weltweit zählen sich ca. zehn Prozent der Katholiken zur Charismatischen Erneuerung. In Deutschland sind es 0,05 Prozent.

 

Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.

 

Das alles wäre noch nicht so schlimm, wenn nicht dann noch andere Menschen daran gehindert würden, durch diese Türen zu gehen. Es wird behauptet, die Charismatische Erneuerung wäre eine Sekte, Sektenbeauftragte der Bistümer beschäftigen sich mit katholischen Aufbruchsbewegungen, Pfarrer verhindern eucharistische Anbetung oder das Aufstellen eines Bildes vom Barmherzigen Jesus usw. Ich habe gehört, dass es für einen Priesteramtskandidaten ungünstig ist, wenn er zu viel von Medugorje erzählt, denn dann kann es sein, dass er nicht akzeptiert wird vom Bistum. Warum ist man nicht wenigstens so „professionell", dass man andere ihre Wege gehen lässt, gerade wo von mancher Seite doch so gern gefordert wird, dass die Kirche „bunt" sein müsse. Dann müsste man doch wenigstens die Strömungen, die vom Heiligen Geist der Kirche geschenkt werden, auch zulassen.

 

Ihr selbst seid nicht hineingegangen, und die, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.

 

Ich weiß, dass es nichts bringt, wenn man nur klagt. Aber wenn Jesus sagt, dass die Gesetzeslehrer die Gläubigen daran hindern durch die Türen zu gehen, die Gott geöffnet hat, dann fallen mir diese Beispiele aus der heutigen Zeit ein. Beten wir für ein geistliches Klima in unserer Katholischen Kirche, in dem das zugelassen wird, was Gott uns heute schenkt, dass wenigstens niemand gehindert wird, durch diese Türen zu gehen!

 

Gebet:

Jesus, ich weiß, dass ich nicht klagen sollte. Aber du hast es auch deutlich ausgesprochen, was in deiner Zeit schief lief. Wir sollen auf keinen Fall andere anklagen. Wir sollen unseren Weg gehen, und damit haben wir schon genug zu tun. Auch ich bin dir nicht immer treu gewesen. Bitte verzeih uns unsere Sünden und hilf uns, durch die Türen zu gehen, die du uns in unserer Generation öffnest!

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, Du sagst....
    Weh euch! Ihr errichtet Denkmäler für die Propheten, die von euren.....

    Hl.Geist ich bitte dich, nimm mich "unter deine Fittiche" und lass mir auf die Fürsprache der Gottesmutter die "Gnade der Erkenntnis" durch das mitfeiern der Hl.Eucharistie geschenkt werden,  damit ich nicht die gleichen Fehler mache wie die Pharisäer.

    Hl.Schutzengel bitte bete mit mir  damit ich Gott um Verzeihung für die Fehler,  für die Verfolgungen und der vielen Verleumdungen und Gotteslästerungen die in meiner jetzigen und meiner vorherigen Generation in jeglicher Form gegen die Göttliche Dreifaltigkeit ausgesprochenen wurde. Amen

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