Freitag, 16. Oktober 2020

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt. (Lk 12,5)

28 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 12,1-7

In jener Zeit strömten Tausende von Menschen zusammen, so dass es ein gefährliches Gedränge gab. Jesus wandte sich zuerst an seine Jünger und sagte: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, das heißt vor der Heuchelei. 

Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. 

Deshalb wird man alles, was ihr im Dunkeln redet, am hellen Tag hören, und was ihr einander hinter verschlossenen Türen ins Ohr flüstert, das wird man auf den Dächern verkünden. 

Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, euch aber sonst nichts tun können. 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet euch vor dem, der nicht nur töten kann, sondern die Macht hat, euch auch noch in die Hölle zu werfen. Ja, das sage ich euch: Ihn sollt ihr fürchten. 

Verkauft man nicht fünf Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch vergisst Gott nicht einen von ihnen. 

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt.  (Lk 12,5)

 

Es gab ein gefährliches Gedränge. Da kann man schon Panik bekommen, besonders, wenn man eher klein ist. Ich erinnere mich an solch ein gefährliches Gedränge bei einem Weltjugendtag. Das ist nicht schön. Jesus nutzt die Situation, um auf die wirklichen Gefahren in unserem Leben hinzuweisen. Viel gefährlicher als die äußerlichen Gefahren ist die Heuchelei, die Unehrlichkeit, das Lästern hinter dem Rücken anderer. Da sagt Jesus, dass das alles einmal offen als Tageslicht kommen wird. Wir sollen also aufpassen, was wir Böses reden. Es wird alles einmal ans Licht kommen.

 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt.

 

Aber das ist immer noch nicht das Gefährlichste. Es gibt eine noch größere Gefahr. Und das ist der Teufel, der unsere Seele in die Hölle stürzen kann. Den sollen wir fürchten. Weil dieses Thema aber sofort Angst macht, fügt Jesus noch den letzten Satz hinzu: Wir sind in Gottes Hand, wir sind total beschützt, der Teufel kann uns nichts anhaben, weil wir in der Hand Jesu sind.

 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt.

 

Daraus können wir viel lernen. Zum ersten: Man kann z.B. über Corona reden und darüber, wie gefährlich es ist, sich anzustecken. Das sind die äußerlichen Gefahrensituationen, die immer wieder auftauchen. Dazu würde Jesus sagen: Aber die Sünde, die Heuchelei, das schlechte Reden über andere, das ist viel gefährlicher. Der Virus des Bösen darf nicht ansteckend auf uns wirken. Davor sollen wir uns mehr hüten als vor den äußerlichen Gefahren. Und dann bringt er es auf den Punkt: Wir sollen den Teufel fürchten, weil er uns für immer in die Hölle stürzen kann. Das ist die eigentliche Gefahr für unser Leben.

 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt.

 

Ich finde den Schlusssatz dann aber auch sehr wichtig. Immer, wenn man ernsthaft über den Teufel spricht, macht das den Menschen irgendwie Angst. Und das kann man nicht so stehen lassen, das muss man irgendwie auffangen. Man darf die Realität des Teufels einerseits nicht verschwiegen, andererseits darf man ihm aber nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken. Daher muss man dann immer sehr stark betonen, wie sehr wir von Gott beschützt sind. Wenn wir Jesus anrufen, dann haben wir den unendlichen Gott an unserer Seite. Der Teufel ist nur ein Geschöpf, er ist nichts gegenüber dem allmächtigen Gott. Daher müssen wir keine Angst haben.

 

Ich will euch zeigen, wen ihr fürchten sollt.

 

Es ist also eine sehr geschickte Katechese von Jesus. Er greift die aktuelle Situation und Erfahrung auf, geht über zu einem wichtigen Thema, dass wir uns vor der Sünde hüten sollen, dann kommt er auf einen sehr tiefen Punkt zu sprechen, die Gefahr, die vom Teufel ausgeht, und schließlich macht er uns Mut, dass wir uns der Herausforderung stellen können.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir so viel von dir lernen können. Wir sollen uns hüten vor dem Virus des Bösen, mehr als vor Covid 19. Wir sollen uns hüten vor dem Teufel, aber keine Angst vor ihm haben. Hilf uns, stark zu sein, die Sünden zu vermeiden und unseren Weg mit dir zu gehen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Ich frage mich,  wie ist es um meine eigene "Gottesfurcht" bestellt?
    Und wie ist es mit der ganzen Menschheit bestellt, ist genügend "Gottesfurcht"  in den Herzen der Menschen - genügend Gottesfurcht in einem jeden einzelnen von uns?
    Denn wenn es doch "jemand gibt - besonders in der " jetzigen Zeit - im jetzigen Weltgeschehen " der mich versucht in die "Hölle" zu schmeißen,  muss ich mich dann nicht gerade  "jetzt, hier und heute" Gott meinem Retter zuwenden und "Gottesfurcht" zeigen !!
    Gottesfurcht = Ehrfurcht vor Gott, bekennen und bezeugen, dass es Gott gibt !

    Ehrfurcht  vor Gott  der sagt ..
    »Ich bin da« / für einen jeden einzelnen von euch bin ICH da !
    »Ich bin, der ich bin«  und ich werde sein »der ICH bin«.

    Sicherlich hat der Teufel Macht,  doch DU mein Gott hast die einzigste, größte nie endende rettende Macht.
    Hl. Schutzengel, lass mich nie den Blick vom heilbringenden Kreuz Jesus Christus abwenden. 
    Jesus, DU bist stärker als das was uns jetzt gerade "bedrängt und ängstigt" .  Amen

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