Freitag, 28. Januar 2022

Die Erde bringt von selbst ihre Frucht. (Mk 4,28)

03 Woche im Jahreskreis     Freitag

EVANGELIUM

Mk 4, 26-34



In jener Zeit sprach Jesus:
26Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;
27dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.
28Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.
29Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.
30Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?
31Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät.
32Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.
33Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.
34Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.


Tagesimpuls:

Die Erde bringt von selbst ihre Frucht.  (Mk 4,28) 

Wenn das Samenkorn des Wortes Gottes erst einmal in uns auf fruchtbaren Boden gefallen ist, dann müssen wir uns um nichts weiteres mehr Sorgen machen. Wir können dann das Wachstum nicht mehr beeinflussen. Wir sind für das Säen verantwortlich, aber nicht für das Wachsen. Das Wachstum schenkt Gott. Bezüglich des Säens haben wir eine doppelte Verantwortung. Wir müssen schauen, dass das Wort Gottes in uns auf fruchtbaren Boden fällt, und wir müssen das Wort Gottes verkünden, damit auch andere Menschen die Möglichkeit bekommen, es aufzunehmen. 

Die Erde bringt von selbst ihre Frucht.

Wenn sich meine Beziehung zu Jesus ungehindert entfalten kann, dann bewirkt Jesus die Fruchtbarkeit, ganz gleich, ob ich das im Moment sehen kann oder nicht. Ich darf darauf vertrauen, dass das Reich Gottes von selbst wächst und Frucht bringt. Dasselbe gilt auch von uns als Gemeinschaft. Wenn wir Jesus in die Mitte stellen, dann dürfen wir sicher sein, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir z.B. Messe feiern, dann ist das immer richtig, auch wenn wir nur mit wenigen sind. Wenn wir zur Anbetung einladen und Jesus in die Mitte stellen, dann ist das immer richtig. Auch wenn sich im Moment vielleicht nur drei Personen einfinden. Dann dürfen wir uns in Erinnerung rufen: 

Die Erde bringt von selbst ihre Frucht.

Wenn wir nur Ausdauer haben und treu bleiben, dann wird das wachsen. Vielleicht gehen wir durch Zeiten der Prüfung, aber es wird wachsen. Für uns ist nur wichtig: Gebe ich Jesus den Raum? Nehme ich mir Zeit, ihn anzubeten? Und wenn ich in der Anbetung bin: Öffne ich mein Herz für ihn? Ist mein Herz der fruchtbare Boden? Eine gesunde Sehnsucht danach, dass ich Jesus noch mehr lieben will, dass mein Herz ein noch besserer Boden werden möge, ist gut. Das ständige Gefühl, noch nicht gut genug zu sein, es nicht richtig zu machen, ist dagegen falsch. Das sind Entmutigungsversuche vom Teufel. Wenn wir Jesus Raum geben, dann machen wir es richtig, dann sind wir auf dem richtigen Weg. 

Gebet: 
Jesus, ich danke dir, dass du der Weg bist. Wenn ich dich in den Mittelpunkt meines Lebens stelle, dann ist es gut. Ich würde gern mehr Früchte sehen, aber du sagst mir, dass es darauf nicht ankommt. Ich muss nur meinen Teil tun, dass die Saat auf guten Boden in mir fällt, und deine Worte verkünden. Danach muss ich alles dir überlassen. Jesus, ich danke dir für diese Entlastung. Ich bin nicht für das Wachsen verantwortlich, sondern nur für meinen kleinen Beitrag. 


Pastor Roland Bohnen  
www.tagesimpuls.org 
 

Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627  
Fax 02456 - 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
www.kirche-selfkant.de

2 Kommentare:

  1. Herr, auf die Fürsprache des
    Hl.Thomas von Aquin bitte ich;
    nimm mich mit hinein in die Gruppe deiner Jünger. Nur so kann ich glauben das Du GottesSohn bist und Du in deiner Göttlichkeit so geheimnisvolle Gleichnisse sprichst, die mir durch die Kraft des Hl.Geistes in meinem Herzen erklärbar werden.  Ich bitte um deinen Segen, dass ich heute in meinem Tagesverlauf für DICH zu einem Samenkorn werden darf  Amen

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  2. Von Reinhard Dismas

    Es gibt in meinem Leben etwa zwanzig Personen, die Gottes Samen in den Ackerboden meiner Seele gesäht haben. Heute vergeht kein Tag an dem ich mich nicht dankbar an diese Menschen erinnere. Dabei war das, was sie mir schenkten, lediglich ihr tätiges christliches Beispiel und oft nur ein paar Sätze, die ich mit ihnen wechselte. Für mich aber wurden diese Begegnungen zu Ecksteinen meines Glaubens und sind bis heute ein wichtiger Teil meines tagtäglichen Christsein.
    Spannend daran ist, ich bin mir sicher, mehr als die Hälfte dieser für mich so wichtigen Menschen, hat keine Erinnerung an mich, weil es für sie ein kleines alltägliches Ereignis war.
    Das macht doch Mut für unsere tägliche Arbeit als Christen, mit all diesen kleinen scheinbar unbedeutenden Begegnungen und Gegebenheiten, die uns oft frustrieren, weil wir kein Ergebnis sehen.
    Solange wir nicht in dieser Negativhaltung verharren, ist das für einen Christen keine Schande. Auch unser Heiland war frustriert ''....Gott mein Gott, warum hast Du mich verlassen!...'' rief er am Kreuz aus. Der Samen geht auf, ganz ohne unser Wissen, wie  mein kleines ganz persönliches Beispiel zeigt. Die Saat des (frustrierten) göttlichen Sämanns ging auf, obwohl, bis auf wenige, unterm Kreuz alle weggelaufen sind. Es brauchte seine Zeit, aber nach 400 Jahren waren die unermesslichen Früchte seiner Saat für alle Welt unübersehbar und sie wachsen seitdem, bis Heute, Tag für Tag an.

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