Montag, 14. Juni 2021

Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand. (Mt 5,39)

11 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,38-42

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Auge für Auge und Zahn für Zahn. 

Ich aber sage euch: Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin. 

Und wenn dich einer vor Gericht bringen will, um dir das Hemd wegzunehmen, dann lass ihm auch den Mantel. 

Und wenn dich einer zwingen will, eine Meile mit ihm zu gehen, dann geh zwei mit ihm. 

Wer dich bittet, dem gib, und wer von dir borgen will, den weise nicht ab.

 

 

Tagesimpuls:

 

Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.  (Mt 5,39)

 

Ich verstehe Jesus so, dass wir uns nicht selber unser Recht verschaffen sollen, sondern auf Gott vertrauen. Gott wird dafür sorgen. Gott kann den Heiligen Geist senden, der die Menschen in ihren Herzen überführt. Dann müssen wir gar nichts tun.

 

Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.

 

Würde das heißen, dass wir eigentlich die Polizei abschaffen könnten, weil Gott für unser Recht sorgt? Nein, das heißt es nicht. Es muss die Polizei geben, auch Richter und Gefängnisse. Es sind ja nicht alle Menschen Christen. Und es gibt auch sicher immer wieder Situationen, wo von uns konsequentes Handeln gegenüber Menschen gefordert ist, die Böses tun. Es könnte z.B. klar sein, dass ich Anzeige erstatten muss gegen einen Menschen wegen einer Sache. Aber auch das kann ich in einer Haltung der Liebe tun. Ich handle so, wie ich es von Gott her als richtig erkannt habe. Aber in dem Ganzen bleibe ich im Gottvertrauen und in der Liebe. Gott wird für alles sorgen. Ich bin nicht derjenige, der hier für das Recht sorgen muss. Ich kann loslassen und zugleich so handeln, wie ich es als richtig erkenne.

 

Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand.

 

Ich finde das nicht leicht zu verstehen. Man ist geneigt zu meinen, dass Loslassen immer Passivität bedeuten würde. Das kann so sein, muss es aber nicht immer sein. Ich kann eine Sache loslassen und wissen, ich soll und kann jetzt nichts mehr unternehmen. Ich kann aber auch eine Sache loslassen, und trotzdem bestimmte Schritte unternehmen, die jetzt richtig sind. Aber ich tue das in der Haltung des Gottvertrauens und der Liebe.

 

Gebet:

Jesus, ich weiß nicht sicher, ob ich dich richtig verstehe. Sollen wir wirklich immer passiv sein, oder sehe ich es richtig, dass du uns zeigen willst, wie wir in den unterschiedlichen Situationen handeln sollen? Auf jeden Fall will ich immer in der Liebe bleiben, immer im Gottvertrauen, immer im Loslassen. Ich will mir nicht selber mein Recht verschaffen, sondern auf dich vertrauen, denn du sendest den Heiligen Geist, der die Menschen (auch mich) überführt.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 








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1 Kommentar:

  1. Jesus, für mich ist das heutige Evangelium,  herausfordernd, ansprechend und genial zu gleich.  Für mich liegt hier der "Schlüssel des Friedens" begraben, und ich brauche diesen Schatz nur in mir heben.
    DU gibst mir den unauslöschbaren Plan, indem ich lesen kann, wie ich mit Deiner Hilfe, die gegenwärtige "Gewaltachse" durchbrechen kann.  Sicherlich ist es Sünde,  wenn ich in dem "Sog jeglicher Gewalt" bleibe, wenn es heißt AUGEum AUGE,  ZAHN um ZAHN.  Die "Gewalt" lässt die Waagschale auf einer Seite stark belastet nach unten sinken.  Doch nun lege ich mein ( besser gesagt; DEIN !  ) Code-Wort,  in die andere Waagschale , und schon verliert die Sünde an Kraft...denn DU hilfst mir die Gewalt zu besiegen.  
    Danke Jesus,  danke das DU mir Dein Code-wort gesagt hast...es heißt "LIEBE".   DANKE JESUS

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