Freitag, 25. Juni 2021

Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein. (Mt 8,3)

12 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,1-4

Als Jesus von dem Berg herabstieg, folgten ihm viele Menschen. 

Da kam ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde. 

Jesus streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein! Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein. 

Jesus aber sagte zu ihm: Nimm dich in acht! Erzähl niemand davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Opfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis deiner Heilung sein.

 

 

Tagesimpuls:

 

Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.  (Mt 8,3)

 

Vom fünften bis zum achten Kapitel des Matthäusevangeliums gibt Jesus eine Vielzahl von Anweisungen und Richtlinien in der Bergpredigt. Wenn man die Bergpredigt für sich allein nimmt, könnte man sich überfordert fühlen von so vielen Geboten, ähnlich wie bei den Geboten des Alten Testaments. Ab Kapitel acht kommt dann die Erleichterung! Nun folgt eine Vielzahl von Heilungen. Hier kommt das Übernatürliche, die göttliche Hilfe, ohne die niemand die Gebote erfüllen könnte. Allein der Aufbau des Evangeliums zeigt: Gott sagt uns nicht nur, wie wir leben sollen, er gibt uns auch die Kraft und die Hilfe dazu. Das heißt, Jesus heilt uns, und so können wir nach seinen Anweisungen leben. Wenn wir nicht heil sind, dann ist alles eine Überforderung.

 

Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.

 

Das ist auch ein Hinweis für unsere Pastoral. Wir leben in einer Generation mit sehr vielen verletzten Menschen. Wenn wir die christlichen Gebote verkünden, empfinden viele das als Lieblosigkeit. Sie brauchen erst Heilung, damit sie stark werden, um das zu leben, was Jesus uns sagt. Paulus kannte dieses Problem auch. Er spricht davon, dass die jungen Christen erst mal Milch brauchen, bevor man ihnen die feste Nahrung geben kann (1 Kor 3,2).

 

Im gleichen Augenblick wurde der Aussätzige rein.

 

Das heißt aber auch, dass wir die Heilung viel mehr in den Mittelpunkt unseres pastoralen Geschehens rücken müssen, wie Jesus es getan hat. Wir machen z.B. jeden Sonntag nach der 18.30 Uhr Messe ein Heilungsgebet mit eucharistischem Segen. Gestern haben wir ein Heilungsgebet mit den Reliquien der Heiligen Odilia angeboten. Man könnte auch Seminare anbieten über den Stellenwert von Heilung im christlichen Leben, verbunden mit Heilungsgebeten. Nur wenn wir Menschen die übernatürliche Kraft Jesu erfahren, gibt es vielleicht eine kleine Chance, dass auch die Gebote wieder mehr anerkannt und gelebt werden. Wir sehen wieder: Der christliche Glaube ist ein Ganzes. Wir dürfen ihn nicht reduzieren auf einen Aspekt, z.B. die Moral. Wir Menschen brauchen die Erfahrung von Heil, von Liebe, von Freude, und darin eingebettet können wir Jesu Gebote leben.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich deine übernatürliche Gnade erleben durfte. Seitdem kann ich deiner Lehre, das ist die Lehre der Katholischen Kirche, voll und ganz zustimmen. Ich bemühe mich, so zu leben. Ich bitte dich, dass immer mehr Menschen deine Liebe erkennen, in dir heil werden und mehr und mehr nach deinen Geboten leben lernen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








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3 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Jesus, ich danke dir,dass ich deine übernatürliche Kraft erfahren durfte. Ich glaube, dass das nur gelingen könnte, weil ich dich gesucht, aufgesucht habe in den Heiligen Messen, in der Eucharistischen Anbetung, in (Beicht-) Gesprächen mit Priestern und in Heilungsgebeten. Jesus, ich möchte mich bemühen, immer wieder zu dir zu kommen und immer wieder neu die Frage zu stellen: Herr, wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.Danke Jesus für diese wunderbare Erfahrung.

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  3. Jesus, beim lesen des heutigen Tagesevangelium kommt mir folgende "Schlagzeilen"  in den Sinn...
    ( "Bild"  ...sprach zuerst mit dem Geheilten)
    Doch genau das willst du nicht !
    Sicherlich wäre es gut gewesen,  hätte man damals von dieser Heilung "Reklame" gemacht. Aber nein !
    DIR geht's nicht um "Reklame oder Schlagzeilen"; denn DU weißt,  diese sind nur von kurzer Dauer und sind schon am Abend des gleichen Tages nicht mehr "in"!
    Worum geht's DIR?
    Für mich ist klar....
    DIR,  geht es ganz klar um "Tiefgang".
    Die Heilung des Aussätzigen (also  auch meine Heilung) muss und kann nur durch DICH ausgesprochen werden, damit der Aussätzige ( ich )  sich mit DIR tief im Innersten verbunden fühlt und dann durch die "Opfergabe" die "Verbundenheit in DIR" bekräftigt und  besiegelt wird  und beständig bleibt.

    Hl.Schutzengel,  bitte lass mich das Geschenk einer jeden "Jesus-Begegnung" in Liebe annehmen.  Amen 🙏

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