Montag, 28. Juni 2021

Lass die Toten ihre Toten begraben! (Mt 8,22)

13 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,18-22

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die um ihn waren, befahl er, ans andere Ufer zu fahren. 

Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 

Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. 

Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben! 

Jesus erwiderte: Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!

 

 

Tagesimpuls:

 

 Lass die Toten ihre Toten begraben!  (Mt 8,22)

 

Ich glaube nicht, dass unsere Tradition, Tote zu begraben, ein Fehler ist in den Augen Jesu. Im Gegenteil, die Tradition der Kirche lehrt es als ein Werk der Barmherzigkeit. Ich glaube, dass Jesus sagen will, dass wir eine gesunde Distanz zur Welt haben sollen. Uns soll es zuerst um das Reich Gottes gehen. Die weltlichen Angelegenheiten sind wichtig, aber sie dürfen uns nie beherrschen. Wenn z.B. jemand ein schönes Zuhause hat, dann soll er doch wissen: Der Menschensohn hat keinen Ort zum Schlafen. Und wenn ich Jesus nachfolgen will, dann darf ich mein Haus nicht über alles stellen. Ich gehe dorthin mit Jesus, wo er hingehen will. Zur Not heißt das, dass ich auch mein Haus loslassen muss.

 

 Lass die Toten ihre Toten begraben!

 

Eine sehr wichtige weltliche Sache, die wir um Jesu willen loslassen müssen, ist die Zuwendung anderer Menschen. Davon dürfen wir uns nicht abhängig machen, sonst werden wir immer wieder Opfer. Wir müssen frei sein. Wir dürfen nicht in den Händen anderer Menschen sein. Unser Glück und Wohlbefinden hängt nicht davon ab, was andere denken oder tun. Wir brauchen in allen Bereichen eine gesunde Distanz zur Welt.

 

 Lass die Toten ihre Toten begraben!

 

Das geht aber nur, wenn wir mit unserem Herzen schon viel im Himmel sind. Die Vorfreude auf den Himmel muss in unserem Leben sehr real sein. Jesus war in seinem Herzen sehr stark beim Vater. Er hat die Liebe des Vaters immer gespürt. Ich glaube, dass wir Menschen ein Vakuum nicht aushalten können. Wir können nicht nur loslassen. Unser Herz muss erfüllt sein. Die gesunde Distanz zur Welt können wir nur leben, wenn wir sehr stark mit der Vorfreude auf den Himmel gefüllt sind.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich mir offenbart hast. Ich glaube an dich, an die Dreifaltigkeit, an den Himmel. Aber es gibt immer wieder Momente, wo mich dieser Glaube nicht prägt, wo weltliche Dinge mich zu sehr in Beschlag nehmen. Hilf mir, in meinem Herzen noch mehr bei dir und im Himmel zu sein, damit ich die gesunde Distanz zur Welt leben kann, die nötig ist, damit ich wirklich deine Liebe in die Welt bringen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








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