Mittwoch, 9. Juni 2021

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. (Mt 5,17)

10 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 5,17-19

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 

Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. 

Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

 

 

Tagesimpuls:

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.  (Mt 5,17)

 

Gesetz und Propheten war ein Begriff, mit dem man das meinte, was wir heute als das Alte Testament bezeichnen. Wobei man sagen muss, dass das Alte Testament in der Form, wie wir es heute kennen, noch nicht existierte. Es existierten viele Bücher, das sind die Gesetzbücher (die fünf Bücher Mose), die Prophetenbücher, die Weisheitsbücher, aber auch andere Bücher und Traditionen. Es gab noch keine genaue Auflistung, welche Bücher dem Alten Testament angehören und welche nicht. Wenn Jesus Gesetz und Propheten nennt, dann meint er das Ganze der Überlieferung des Alten Bundes.

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

 

Und genau das ist für uns heute immer noch gültig. Es gab einmal einen Streit in der Katholischen Kirche, denn ein Theologe (Marcion) hatte das Alte Testament so sehr abgewertet, dass er es quasi als nicht mehr gültig abschaffen wollte. Diese Lehre erklärte die Katholische Kirche als irreführend (häretisch).

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

 

Jesus ist natürlich souverän. Er hat manches abgeschafft, z.B. gibt es keine Schlachtopfer mehr im Tempel. Aber als Ganzes ist das Alte Testament deswegen gültig, weil es die Vorbereitung auf Jesus ist. Es beinhaltet das Wirken Gottes mit seinem auserwählten Volk, aus dem der Messias seiner Menschheit nach stammen sollte.

 

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

 

Was können wir aus diesen Worten Jesu für uns mitnehmen? Wir sind immer mit unseren Wurzeln verbunden. Sie prägen unsere Existenz und die Existenz unserer Kirche. Wir leben täglich mit den Worten des Alten Testamentes, z.B. wenn wir die Psalmen beten. In der Messe hören wir häufig Lesungen aus dem Alten Testament. Wir halten uns an die zehn Gebote und an viele Werte, die schon im Alten Testament begründet sind. Und wir glauben daran, dass Gott auch mit uns eine Geschichte schreibt, dass er mit uns durch die Zeiten geht, und dass in unserem Leben – so wie im Leben des Volkes Israel – das Wirken Gottes mit uns sichtbar wird.

 

Gebet:

Jesus, du hast es ganz klargestellt: Man kann das Alte Testament nicht abtrennen. Wir können uns nicht von unseren Wurzeln trennen. Genauso, wie Gott alles geführt hat, ist es wichtig für uns. Danke, dass wir, wenn wir die Psalmen beten, eine dreitausendjährige Verbundenheit spüren mit dem Volk Israel und mit der ganzen Kirche.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 








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1 Kommentar:

  1. Herr, in der Lesung lese ich, "Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig". Und im Evangelium sagst DU:
    "Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, wir im Himmelreich der Kleinste sein".
    Hl.Joseph,  auf deine Fürsprache hoffe und vertraue ich. Bitte, erbitte mir die kraftvolle Gnade des Hl.Geistes,  damit ich immer bemüht bin,  dass wahre überlieferte Gotteswort zu leben und davon zu erzählen,
    -  und hilf mir mit allen Kräften den "weltlichen  Gegenstrom" zu widerstehen. Amen 🙏
    Hl.Joseph, bitte für uns

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