Samstag, 2. Juni 2018

Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? (Mk 3,4)

09 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mk  2, 23 - 3, 6

 

23An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab.

24Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten.

25Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten

26- wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab?

27Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

28Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

1Als er ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war.

2Und sie gaben acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn.

3Da sagte er zu dem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte!

4Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen.

5Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus, und seine Hand war wieder gesund.

6Da gingen die Pharisäer hinaus uns fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?  (Mk 3,4)

 

Der Sabbat ist der Ruhetag. Einmal abgesehen davon, dass Jesus, weil er Gott ist, nicht an die jüdischen Gesetze gebunden ist, kann man sich trotzdem fragen, warum er nicht den Ruhetag einhält. Der Ruhetag ist doch etwas Gutes. Gerade wenn wir daran denken, wie viele Menschen heute im Stress leben, dann könnte man doch sagen, dass es besonders wichtig ist, dass Jesus uns darin ein Vorbild ist, an diesem Tag auszuruhen. Wir sollen doch alle in das Land seiner Ruhe kommen. Wir sollen doch alle an einen Punkt kommen in unserem Leben, wo wir nicht mehr im Stress sind, wo wir aus einer inneren Ruhe und aus einer inneren Kraft heraus das tun, was Gott von uns will.

 

Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?  

 

Aber wie finden wir den Willen Gottes? Wie finden wir das, was wir wirklich tun sollen? Je mehr wir in unserer Berufung leben, umso mehr werden wir diese Ruhe in unserem Leben finden. Jesu Berufung war es, zu heilen. Er war der Heiler. Und er musste das tun, was seiner Berufung entspricht. Wenn Jesus nicht am Sabbat geheilt hätte, dann hätte er nicht in seiner Berufung gelebt. Und nur dann, wenn ich lerne, genau in meiner Berufung zu leben, dann finde ich Ruhe. Mein Leben kommt so lange nicht zur Ruhe, wie ich meine Berufung noch nicht genau gefunden habe. Dann mache ich zu viel, tue Dinge, die Gott nicht von mir will, und dann kommt es zu Stress. Wenn ich aber genau meine Berufung gefunden habe, dann finde ich zur Ruhe.

 

Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten?  

 

Das heißt nicht, dass nicht jeder in seinem Leben auch mal unangenehme Dinge machen muss. Wir alle haben Pflichten, die es einfach zu erfüllen gilt. Darum geht es jetzt nicht. Ich will nicht denen das Wort reden, die sich gerne nur die Rosinen herauspicken. Aber ich glaube, man versteht trotzdem den Punkt. Abgesehen von unseren Pflichten haben wir doch viele Möglichkeiten, wo wir selbst entscheiden können. Und um diese Möglichkeiten geht es. Da, wo wir es selber entscheiden können, da sollen wir uns von Gott führen lassen. Je mehr wir dann wirklich in seinem Leben leben, umso mehr kommen wir dann zur Ruhe.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für diese positive, hoffnungsvolle Perspektive. Du hat dein Leben gelebt aus einer tiefen inneren Ruhe heraus. Du wusstest, wer du bist, was dein Auftrag ist, was du zu tun hattest. Und das hast du konsequent gelebt, ausgeführt. Hilf uns allen, dass wir klar aus unserer Berufung heraus leben können, dass unser Leben zur Ruhe kommt, dass wir nicht in Hetze alles Mögliche tun, sondern das, was deinem Willen entspricht. Dann wird unser Leben mit deiner Kraft erfüllt, und – wie es im Psalm heißt – wir werden dahinschreiten von Kraft zu Kraft (Ps 84,8).

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
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