Dienstag, 5. Juni 2018

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! (Mk 12,17)

09 Woche im Jahreskreis     Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 12,13-17.

In jener Zeit wurden einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken.
Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du immer die Wahrheit sagst und dabei auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wirklich den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen?
Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum stellt ihr mir eine Falle? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen.
Man brachte ihm einen. Da fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

 

Tagesimpuls:

 

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!  (Mk 12,17)

 

Unser Leben als Christ widerspricht nicht unseren weltlichen Pflichten. Es ist kein Entweder-Oder, normalerweise passt das zusammen. Vor allem in Deutschland, wo wir noch sehr frei unseren Glauben praktizieren und unsere Meinung öffentlich äußern dürfen, kann man nicht von einem Widerspruch zwischen unserem Leben als Christ und unserem Leben in der Gesellschaft sprechen. Das heißt nicht, dass wir mit allem einverstanden wären. Wir dürfen und sollen unsere kritische Stimme dort erheben, wo sich die Gesellschaft vom christlichen Glauben und von unseren christlichen Werten abwendet.

 

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! 

 

In Deutschland ist die Katholische Kirche sehr stark mit der Gesellschaft verbunden. Wir unterhalten starke Institutionen. Wir haben einen Stellenwert, der fest verankert ist im Leben des Staates. Dagegen wird eine Forderung nach „Entweltlichung" geltend gemacht, der prominenteste Vertreter dafür war Papst Benedikt XVI. Der Grund dafür ist, dass die Kirche sich immer mehr der Welt anpasst und ihr eigenes Profil verliert. Mit einfachen Worten gesagt: Wo „katholisch" drauf steht, da müsste auch „katholisch" drin sein. Aber heißt das, dass wir uns aus den gesellschaftlichen Bezügen zurückziehen sollten? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Ich meine, wir sollten uns bemühen, unseren Glauben gut zu leben (Jesus zu achten, wie wir gestern gehört haben) und dann alle gesellschaftlichen Bereiche mit unserem Glauben an Jesus zu inspirieren.

 

So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! 

 

Wie gesagt, für mich ist es kein Gegensatz. Wir können und sollen in der Gesellschaft präsent sein und dort unseren Glauben leben und die Welt inspirieren. Wie sehr jeder seinen Glauben lebt, das ist eine Frage der persönlichen Umkehr. Ich weiß nicht, ob der Glaube dann intensiver wird, wenn wir uns mit unseren Institutionen zurückziehen aus der Gesellschaft. Jeder ist frei, jederzeit seinen Glauben intensiv zu leben. Nichts und niemand kann uns daran hindern. Ich meine, wir können froh und dankbar sein, solange wir die Möglichkeit haben, Einfluss zu nehmen auf unsere Gesellschaft. Wenn wir allerdings den Glauben nur lau und halbherzig leben, dann werden sich über kurz oder lang unsere Einflussmöglichkeiten auf die Gesellschaft verringern.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich in einem Land leben darf, in dem die Kirche nicht nur geschützt, sondern vom Staat sogar gefördert wird. Hilf uns, unseren Glauben bewusst und intensiv zu leben, damit wir die Möglichkeiten nutzen, die uns dadurch gegeben sind. Hilf uns, dass wir unsere Welt mit deinem Geist inspirieren, dass wir Sauerteig und Salz sind für die Erde.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

1 Kommentar:

  1. Herr, lass im "Heute" meinen Blick auf dein Angesicht ausgerichtet sein. Amem

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