Samstag, 16. Juni 2018

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät. (Mk 4,26)

11 Sonntag im Jahreskreis  

 

EVANGELIUM

Mk 4, 26-34

 

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:

26Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;

27dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst, und der Mann weiß nicht, wie.

28Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.

29Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

30Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben?

31Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät.

32Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, so dass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.

33Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten.

34Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war.

 

 

Tagesimpuls:

 

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät. (Mk 4,26)

 

In diesem Gleichnis kommt eine wunderbare Ausgewogenheit zu Tage. Einerseits arbeitet der Bauer, andererseits lässt er alles ganz los. Und dann arbeitet er wieder. So müssen wir es im Reich Gottes machen. Es braucht unsere Arbeit. Und da kommt es auch darauf an, dass wir diese Arbeit gut machen. Wenn man sich mit Bauern unterhält, dann können sie einem sehr genau erzählen, worauf es ankommt. Und es gibt manche Bauern, die ihr Handwerk sehr gut verstehen, andere vielleicht weniger gut. So soll unsere Arbeit für das Reich Gottes auch gut sein. Es reicht nicht, wenn wir irgendetwas machen. Aber unsere menschliche Arbeit, so wichtig sie auch ist, ist nicht alles. Es gibt den Moment, wo der Bauer sich schlafen legt, und dann wächst alles von allein. Das ist die Zeit, wo wir alles loslassen und in die Hände Gottes legen. Wir haben getan was wir konnten. Oder vielleicht haben wir auch Fehler gemacht, aber trotzdem legen wir es jetzt in die Hände Gottes.

 

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät.

 

Mir fällt ein Beispiel ein. Immer wieder kommt es vor, dass ich nach der Predigt denke: „Das hättest du noch sagen müssen", oder: „Das hätte ich doch besser anders gesagt." Aber das ändert nichts mehr. Diese Gedanken kann ich mir sparen. Jetzt soll ich alles loslassen, alles in Gottes Hände legen. Er wirkt jetzt, und er kann durch seinen Heiligen Geist an Hand meiner Worte jetzt etwas Gutes machen in den Herzen der Menschen.

 

Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät.

 

Dann kommt auch wieder die Zeit, wo der Bauer erneut anpackt. Alles hat eben seine Zeit. So arbeiten wir mit Gott zusammen. Ich finde das sehr schön. Wenn wir es richtig machen, dann sind wir fleißig, aber entspannt. Wir bekommen keinen Stress, wir können das Unvollkommene Gott anvertrauen. Hier in Süsterseel haben wir eine Redensart, die wir oft benutzen, wenn wir ein Gespräch beenden. Wir sagen dann: „Legen wir alles in Gottes Hände!" Das ist vor allem dann trostreich, wenn man über Probleme gesprochen hat, und auch nach einem Gespräch ist trotzdem keine Lösung in Sicht. Wir können nicht alles lösen. Es bleiben so viele ungeklärte Probleme. Was soll man machen? Sich ärgern, sich aufregen? Nein: „Legen wir alles in Gottes Hände!"

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns Gelassenheit lehrst. Wir sollen gut arbeiten, intelligent und fleißig, aber wir stoßen auch an Grenzen. Es sind die Grenzen unserer Zeit, unserer Intelligenz und Auffassungsgabe, es sind aber auch unsere Fehler und Sünden. Und auch wenn wir alles richtig machen, auch dann kommen wir immer an die Grenze, wo wir alles in deine Hände legen sollen, wo wir loslassen sollen. Wenn wir nicht im rechten Moment loslassen, dann würden wir das, was wir begonnen hatten, wieder kaputtmachen. Jesus, zeige uns, wo wir anpacken und wo wir loslassen sollen. Hilf uns, dass wir optimal mit dir zusammenarbeiten für das Reich Gottes.  

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

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