Dienstag, 26. Juni 2018

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn. (Mt 7,14)

12 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 7,6.12-14.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Gebt das Heilige nicht den Hunden, und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen. 

Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten. 

Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. 

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.  (Mt 7,14)

 

Ich habe den Eindruck, dass diese Botschaft heute kaum gehört wird. Die Katholiken scheinen sich immer noch zu befreien von einer allzu strengen Botschaft, die in früheren Generationen von der Kirche verbreitet wurde. Früher wurde angeblich zu viel mit der Hölle gedroht. Heute will niemand mehr von der Hölle etwas wissen. Dabei geht es gar nicht darum, was wir denken, oder ob uns etwas zu streng erscheint oder nicht. Es geht um die Botschaft Jesu, es geht um das, was Gott uns sagen will.

 

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

 

Vielleicht wissen viele Menschen, vielleicht wissen auch die meisten von uns noch gar nicht, wie das ist, wenn man auf dem schmalen Weg des Lebens geht. Ich selber hatte einmal einen begnadeten Augenblick in meinem Leben, wo mir bewusst wurde: „Jetzt weiß ich, wie Gott das Leben gemeint hat, wie es sich anfühlt." Ich sehe das als Verheißung an: So soll es einmal werden. Das ist das Ziel, zu dem mich Gott führen will. Wenn ich das als Maßstab nehme, dann müsste ich von mir selber feststellen: Ich bin noch nicht auf diesem schmalen Weg drauf, aber ich strebe dorthin. Paulus schrieb einmal etwas Ähnliches: „Nicht dass ich es schon erreicht hätte oder dass ich schon vollendet wäre. Aber ich strebe danach, es zu ergreifen, weil auch ich von Christus Jesus ergriffen worden bin." (Phil 3,12)

 

Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.

 

Andererseits können wir auch Jesus hören, der sagt: „Den Weg dorthin kennt ihr" (Joh 14,4). Und: „Ich bin der Weg" (Joh 14,6). Sobald wir auf dem Weg gehen, der Jesus ist, sind wir auf dem schmalen Weg. Aber die Herausforderung ist, wie sehr wir schon auf diesem Weg sind, wie sehr wir schon wirklich diesen Weg gehen. Ich meine immer, es kann nicht schaden, wenn man nach mehr strebt: Mehr Liebe, mehr Frieden, mehr Freude, mehr von den Früchten des Heiligen Geistes. Und wer könnte von sich behaupten, dass er nicht auch immer wieder auf dem breiten Weg ohne Jesus landet, wenn er nicht aufpasst? Aber wir wollen den schmalen Weg gehen, wir wollen ihn noch viel mehr kennenlernen, wir wollen nicht mehr ohne Jesus leben, auch keine Stunde mehr. Bitten wir Jesus, bitten wir den Heiligen Geist, dass wir diesen Weg mit der Gnade des dreifaltigen Gottes immer besser finden.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du der schmale Weg bist. Ich will diesen Weg finden, ganz mit dir verbunden sein, alles mit dir teilen, in deinem Willen leben. Leider verliere ich diesen Weg immer wieder. Ich kann wirklich bestätigen, dass er schmal ist, und dass es nicht selbstverständlich für mich ist, dass ich darauf bleibe. Aber ich will ihn gehen. Ich will in diese Erfahrung hineinwachsen, immer tiefer mit dir verbunden zu sein, so dass ich einmal mit Paulus sagen kann: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." (Gal 2,20)

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 

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