Samstag, 12. Mai 2018

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. (Joh 17,18)

07 Sonntag der Osterzeit

 

EVANGELIUM

Joh 17, 6a.11b-19

 

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete:

6aVater, ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. 

11bHeiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir.

12Solange ich bei ihnen war, bewahrte ich sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Und ich habe sie behütet, und keiner von ihnen ging verloren, außer dem Sohn des Verderbens, damit sich die Schrift erfüllt.

13Aber jetzt gehe ich zu dir. Doch dies rede ich noch in der Welt, damit sie meine Freude in Fülle in sich haben.

14Ich habe ihnen dein Wort gegeben, und die Welt hat sie gehasst, weil sie nicht von der Welt sind, wie auch ich nicht von der Welt bin.

15Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst.

16Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin.

17Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist Wahrheit.

18Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.

19Und ich heilige mich für sie, damit auch sie in der Wahrheit geheiligt sind.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.  (Joh 17,18)

 

Der Vater hat Jesus in die Welt gesandt. Und Jesus hat sich freiwillig senden lassen. Er musste nicht gehen. Beide waren sich einig darüber, was es für Jesus bedeuten würde, in die Welt gesendet zu werden. Beide wussten, dass es mit dem bitteren Kreuzestod enden würde. Und Jesus hat es freiwillig getan. Es war für beide schwer, ein unvorstellbar großer Schmerz. Viele reden immer darüber, wie groß der Schmerz einer Mutter ist, die ihr Kind verliert. Weniger oft denkt man daran, wie ein liebender Vater sich fühlt, dessen Sohn in den Tod gehen muss. Beide haben alles gegeben. Der Sohn hat sich aufgeopfert. Der Vater hat alles geschenkt, was er hatte.

 

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.

 

Nun sendet Jesus uns in die Welt. Und Jesus weiß, was es für jeden von uns bedeutet. Er weiß es besser als wir selber. Wir wissen noch nicht, was im Leben noch auf uns zukommen wird. Aber wir legen es in seine Hände. Wir vertrauen ihm. Unsere Antwort muss so sein: so wie Jesus sich freiwillig hat senden lassen, so sagen auch wir freiwillig Ja zu unserer Sendung. Wir legen uns in die Hände Jesu (und damit in die Hände des Vaters). Unser Leben ist in seiner Hand. Er soll mit uns machen, was er will.

 

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.

 

Dann kommen Ängste in uns auf. Ich habe Angst, ob ich es schaffen werde. Das ist ein Zeichen des Eigenwillens. Das Ich meint: „Ich muss es schaffen". Die Hingabe weiß: „Er schafft es in mir. Ich darf loslassen. Ich muss nichts tun, nur Ja sagen zu dem, was geschieht." So will ich mich fallen lassen, versuchen, in die Haltung der Hingabe zu kommen, loszulassen. Aber auch das ist eine Gnade, und ich weiß nicht, wann und in welchem Maße ich diese Gnade der Hingabe empfangen werde. Ich öffne mich dafür, und ich sehe, wie Jesus mich – langsam – immer mehr in diese Haltung hineinführt.

 

Wie du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt.

 

Zu wem sendet mich Jesus heute? Was steht heute an? Wir haben eine wichtige Aufgabe, eine kostbare Sendung. Alles ist kostbar. Denken wir daran: Er steht hinter uns. Er stärkt uns. Der Heilige Geist wirkt in uns. Hören wir damit auf, zu meinen, wir müssten etwas schaffen. Diese Gedanken sind „tödlich", sie produzieren Angst, Angst zu versagen. Besser ist, wenn wir uns bewusst machen: Er sendet mich. Er steht hinter mir. Er führt mich durch diesen Tag. Mir kann nichts passieren.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich sendest. In mir gibt es noch so viele Ängste, vor allem die Angst, nicht gut genug zu sein, zu versagen. Bitte hilf mir, fest an deine Sendung zu glauben. Hilf mir, dass ich loslassen kann von allem Leistungsdruck, von allem Eigenwillen, der selber machen will. Hilf mir, dass ich alles dir überlassen kann. Danke für die Menschen, zu denen du mich heute senden wirst. Danke für die kostbaren Begegnungen, die du mir schenken wirst. Danke für alles Wertvolle, das du heute durch mich tun wirst. Du wirst dein Reich erweitern, Menschen werden durch mich an deine Liebe erinnert. Heute wird durch mich wieder etwas mehr Liebe in die Welt fließen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen