Dienstag, 22. Mai 2018

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. (Mk 9,35)

07 Woche im Jahreskreis     Dienstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 9,30-37.

In jener Zeit zogen Jesus und seine Jünger durch Galiläa. Jesus wollte aber nicht, dass jemand davon erfuhr;
denn er wollte seine Jünger über etwas belehren. Er sagte zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert, und sie werden ihn töten; doch drei Tage nach seinem Tod wird er auferstehen.
Aber sie verstanden den Sinn seiner Worte nicht, scheuten sich jedoch, ihn zu fragen.
Sie kamen nach Kafarnaum. Als er dann im Haus war, fragte er sie: Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?
Sie schwiegen, denn sie hatten unterwegs miteinander darüber gesprochen, wer von ihnen der Größte sei.
Da setzte er sich, rief die Zwölf und sagte zu ihnen: Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.
Und er stellte ein Kind in ihre Mitte, nahm es in seine Arme und sagte zu ihnen:
Wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.

 

Tagesimpuls:

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein. (Mk 9,35)

 

Nach den heiligen Tagen beginnt wieder der Alltag des Jahreskreises. Und wir werden konfrontiert mit einem nüchternen Evangelium. Wir sollen Diener aller sein, nicht hoch hinaus wollen, uns um die Kleinsten in der Gesellschaft kümmern. Hier geht es nicht um heilige Gefühle, hier geht es um das ganz praktisch im Alltag gelebte Christsein. Darin liegt eine große Chance. Dienen kann man jeden Tag. Und wenn wir dienen, dann können wir ziemlich sicher sein, dass wir den Willen Gottes tun. Achten wir also auf die Möglichkeiten, die sich uns heute eröffnen, wo wir den anderen dienen können!

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

 

Das heißt nicht, dass wir immer für andere da sein müssen. Jesus konnte sich auch abgrenzen. So heißt es oben im Evangelium, er wollte nicht, dass jemand davon etwas erfuhr. Er wollte mit den Jüngern allein sein. Jeder hat auch das Recht auf seine Privatsphäre. Man muss auch mal ganz ungestört sein dürfen. Manche wichtigen zwischenmenschlichen Gespräche wären unmöglich, wenn wir nicht diese Privatsphäre hätten. Wir sehen:  Jesus war bereit, den Menschen zu dienen, aber das heißt nicht, dass er immer allen Menschen in gleicher Weise zur Verfügung stand.

 

Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.

 

Wir sollen auch dienstbereit sein, aber wichtig ist, dass wir erkennen, für welchen Menschen wir jetzt da sein sollen. Wir können nicht allen dienen, wir können vor allem nicht die Erwartungen aller erfüllen. Hier müssen wir immer wieder zu Jesus gehen, Jesus fragen, um den Heiligen Geist beten. Lassen wir uns heute vom Heiligen Geist durch diesen Tag führen! Er möge uns zeigen, welchen Menschen wir heute dienen sollen.

 

Gebet:

Jesus, ich will nicht hoch hinaus. Ich will einfach für dich leben, in Demut, in Bescheidenheit. Ich muss nicht der Erste und der Größte sein. Ich will da leben und dienen, wo du mich hingestellt hast. Hilf mir, heute die Freundschaft zu dir und zum Heiligen Geist gut zu leben. Denn nur, wenn ich mit dir in Kontakt bleibe, kann ich erkennen, wo du mich sendest und wo ich Nein sagen soll. Allein werde ich es nicht schaffen, ohne die enge Beziehung zu dir werde ich mich vermutlich heute wieder überfordert fühlen. Aber ich vertraue fest auf dich. Ich will heute eng mit dir und dem Heiligen Geist verbunden bleiben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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