Mittwoch, 30. Mai 2018

Was soll ich für euch tun? (Mk 10,36)

08 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 10,32-45.

In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger auf dem Weg hinauf nach Jerusalem waren, ging Jesus voraus. Die Leute wunderten sich über ihn, die Jünger aber hatten Angst. Da versammelte er die Zwölf wieder um sich und kündigte ihnen an, was ihm bevorstand.
Er sagte: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben;
sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.
Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst.
Er antwortete: Was soll ich für euch tun?
Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen.
Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde?
Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde.
Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes.
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.
Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,
und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein.
Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

 

Tagesimpuls:

 

Was soll ich für euch tun?  (Mk 10,36)

 

Jesus spricht über sein Leiden, aber die Jünger sind mit ihren Gedanken ganz woanders. Sie wollen den Vorrang, ganz oben sitzen, Macht haben. Wie oft geschieht es, dass wir mit unseren Gedanken ganz woanders sind? Wir hören Jesus nicht zu, wir fragen nicht einmal, was er denkt, wie es ihm geht, was er im Sinn hat. Vielleicht wollte Jesus mir auch schon oft etwas sagen, aber ich war ganz woanders, mit meinen eigenen Dingen beschäftigt.

 

Was soll ich für euch tun?

 

Jesus dagegen macht keinen Vorwurf, er will bei den Jüngern sein, bei dem, was sie denken, was sie bewegt. Er hätte sagen können: „Wieso hört ihr mir nicht zu?" Aber stattdessen geht er zunächst auf ihr Anliegen ein. Er weiß, er muss die Jünger dort abholen, wo sie sind, er kann nicht zu viel von ihnen erwarten. So greift er ihr Anliegen auf, ohne sich von ihnen manipulieren zu lassen. Er lässt sich nicht gebrauchen für eine Sache, die nicht richtig ist. Er kann ihre Bitte nicht erfüllen, aber wie gesagt: zunächst geht er auf das Anliegen der Jünger ein.

 

Was soll ich für euch tun?

 

Was können wir lernen? Beim anderen sein! Zuhören, was der andere sagt, selbst wenn wir das falsch oder nicht angemessen finden, selbst wenn wir es nicht erfüllen können! Trotzdem erst mal zuhören und auf den anderen eingehen. Wie oft genügt es schon, wenn der andere von mir hört, dass ich sein Anliegen wenigstens verstehe.

 

Was soll ich für euch tun?

 

Und natürlich: Bei Jesus sein mit meinen Gedanken! Ich soll versuchen, das aufzugreifen, was Jesus sagt, nicht nur mit meinen eigenen Anliegen beschäftigt sein. Vielleicht hatten die Jünger damals den Vorteil, dass Jesus direkt zu ihnen gesprochen hat. Aber wir sehen ja, dass es ihnen nichts genützt hat. Wir haben heute den Vorteil, dass der Heilige Geist direkt in unser Herz spricht. Das ist eigentlich viel besser als damals. Auf Jesus eingehen, bei ihm zu sein, auf ihn zu hören, das ist ja primär eine geistige Sache. Wir müssen das ja wollen. Und dabei hilft uns heute der Heilige Geist.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für den Heiligen Geist, der uns mit dir und deinem Willen verbindet. Hilf mir, mit meinen Gedanken bei dir zu sein, bei dem, was du willst. Lass mich diese Haltung auch immer einüben in Gesprächen mit anderen Menschen! Hilf mir, auf sie einzugehen, auch denn, wenn ich ihr Anliegen vielleicht nicht teilen kann. Hilf mir aber auch, klar Nein zu sagen zu dem, was ich nicht erfüllen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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Fax 02456 - 3019


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