Donnerstag, 17. Mai 2018

Alle sollen eins sein. (Joh 17,21)

07 Woche der Osterzeit       Donnerstag

 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 17,20-26.

In jener Zeit erhob Jesus seine Augen zum Himmel und betete: Heiliger Vater, ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben.
Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.
Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind,
ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich.
Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.
Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt, und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast.
Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin.

 

Tagesimpuls:

 

Alle sollen eins sein.  (Joh 17,21)

 

Jesus betet für uns, für seine Kirche, um Einheit. Er will, dass wir eins sind, damit die Welt glaubt. Wenn wir eins sind, dann schenkt Gott uns seine Herrlichkeit. Herrlichkeit, das ist die Sichtbarkeit Gottes, die Erfahrbarkeit. Die erfüllt uns umso mehr, je mehr wir untereinander eins sind.

 

Alle sollen eins sein.

 

Nun ist aber die Kirche noch immer gespalten. Was können wir dagegen tun? Manche machen es sich einfach. Sie fordern Reformen in der Kirche und haben keine Probleme damit, wesentliche Grundlagen des Glaubens preiszugeben um der Ökumene willen. Ich vergleiche das mit einem Bild: Wenn wir einen Berg besteigen, und jeder geht von einer anderen Seite hoch, und wenn uns dann der Aufstieg zu mühsam ist, dann schlägt einer vor: „Wir tragen einfach die Spitze des Berges ab und treffen uns auf dem Niveau, auf dem wir jetzt stehen." Das ist kein guter Vorschlag. Dann würde etwas fehlen. Vielmehr sollen wir uns die Mühe machen, ganz hoch zu steigen, jeder auf seiner Seite, auch wenn wir uns noch nicht treffen. Aber oben am Gipfel, dort werden wir uns treffen, und es ist nicht notwendig, dass wir wesentliche Glaubensinhalte preisgeben dafür.

 

Alle sollen eins sein.

 

Aber was heißt das dann praktisch? Glaubenshinhalte wie die Eucharistie oder Maria aufzugeben, kann nicht der Weg sein. Weiterhin auf den anderen herabschauen und sich distanzieren kann aber auch nicht der Weg sein. Ich meine, wir müssen gemeinsam auf dem Weg sein, vor allem zusammen beten. In gemeinsamen Gebeten mit Christen aus Freikirchen habe ich schon wunderbare Offenbarungen erleben dürfen. In solchen Momenten wirkt der Heilige Geist und zeigt uns Dinge, die er uns sonst noch nie gezeigt hat. Ich bin fest davon überzeugt, dass Gott uns zur Einheit führen wird. Vielleicht wird es so sein wie beim Mauerfall. Früher hatte niemand daran geglaubt, und dann ging es auf einmal ganz schnell. Damit aber Gott wirken kann, ist es meiner Meinung nach notwendig, dass wir Gemeinschaft haben miteinander, vieles gemeinsam tun, vor allem auch gemeinsam beten.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns zur Einheit führen willst. Wir leiden unter der Uneinheit in der Kirche. Die Einheit ist unser Anliegen, aber mehr noch ist es dein Anliegen. Mit dir wollen wir gemeinsam um die Einheit beten. Bitte segne alle Bestrebungen um Einheit unter den Christen. Hilf uns, bald zu einem gemeinsamen Zeugnis zu kommen, damit es für die Menschen leichter wird, an dich zu glauben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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