Mittwoch, 2. Mai 2018

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. (Joh 15,7)


05 Woche der Osterzeit       Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 15,1-8.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.
Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.
Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.
Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.

Tagesimpuls:

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.  (Joh 15,7)

Es gibt viele Arten, wie wir mit Jesus verbunden bleiben können – mehr noch: „in ihm" bleiben können. Wir haben schon die Eucharistie betont, die leibhaftige Verbindung, denn wir nehmen seinen Leib in uns auf. In diesem Vers betont Jesus das Wort Gottes und das Gebet. Wenn die Worte Gottes in uns bleiben, dann führt das zu einer tiefen Vereinigung mit Jesus, bis hin zu einer Identifikation, so wie Paulus sagt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir" (Gal 2,20). Das Wort Gottes verwandelt uns in Jesus, aber nicht so, dass wir selber dann unsere Existenz aufgegeben hätten, im Gegenteil, auf diesem Weg finden wir zur Fülle unserer Berufung, zur Fülle unserer Existenz, zur Fülle unseres Lebens.

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

Dann spricht Jesus auch vom Beten. „Bittet um alles, was ihr wollt." Das Gebet ist eine hervorragende Weise, um mit Jesus verbunden zu bleiben. Wir sollen um alles beten, alles ins Gebet bringen, alle Sorgen, immer wenn wir irgendeinen Mangel erleben, sei es im Bezug auf Gesundheit, auf unsere Mitmenschen, auf materielle Dinge, einfach alles. Durch das Gebet bleiben wir nicht nur mit Jesus verbunden, Jesus will auch in unser Leben eingreifen und helfen, unsere Probleme zu lösen. Hier kommt ein großes Vertrauen ins Spiel. Als Beispiel stelle ich mir immer die Brotvermehrung vor Augen. Wie sollte man erklären, was da geschehen ist? Man kann es nicht erklären. Aber es zeigt, dass Jesus den Menschen praktisch geholfen hat. Und so kann Jesus uns bei jedem Mangel helfen. Das ist keine Zauberei, es bleibt immer geheimnisvoll, man kann nie erklären wann und wie es geschieht. Es geschieht nicht auf Kommando, es geschieht nicht so, wie wir es uns gewünscht oder vorgestellt hätten, aber es geschieht immer wieder. Es geschient in einer Weise, die für uns völlig unverfügbar bleibt, die uns nie in ein Gefühl der Macht versetzen würde, wie beim Zauberer, der wähnt, geheimnisvolle Macht ausüben zu können über die Dinge. Jesus ist stärker als alles, und trotzdem bleiben wir ohnmächtig, klein, demütig wie Maria. Dies ist eine Spannung, die wir nie auflösen können. Jesus wirkt Wunder in unserem Leben, immer wieder dürfen wir es erleben, auch oft, und zugleich bleiben wir ständig hilflos, und es geschieht fast nie so, wie wir es uns gewünscht hätten.

Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

Er ist eben der Herr. Er bewirkt alles, von ihm geht alles aus. Wir sind seine Mitarbeiter, wir freuen uns an seinen Fügungen, aber wir müssen loslassen, es nicht selber machen wollen. Das Beste ist, wenn unsere Haltung marianisch ist. Wir sind die demütige Magd, es geschehe alles nach seinem Wort.

Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass ich mit dir verbunden sein darf im Wort und im Gebet. Ich darf um alles beten, um alles kümmerst du dich. Ich bin und bleibe dabei immer ganz klein und hilflos, du machst alles. Ich danke dir dafür. Hilf mir, dass ich ständig loslassen kann von meinen Ideen, von meinen Vorstellungen, wie du wirken müsstest. Hilf mir, dass ich mich immer ganz dir überlassen kann. So kann ich dein Mitarbeiter sein.


Pastor Roland Bohnen 









Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019

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