Dienstag, 28. Januar 2020

Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen. (Mk 3,34)

03 Woche im Jahreskreis    Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 3,31-35

In jener Zeit kamen die Mutter Jesu und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn herausrufen. 

Es saßen viele Leute um ihn herum, und man sagte zu ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. 

Er erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? 

Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. 

Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

 

 

Tagesimpuls:

 

Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen.  (Mk 3,34)

 

Es saßen viele Leute um Jesus. Das sind alle die, die das Wort Gottes hören wollen. Dazu zählen auch wir. Ich erinnere mich an Maria und Martha. Jesus sagt über Maria, sie habe den besseren Teil erwählt, der ihr nicht genommen werden soll. Jesus will für uns da sein, wenn wir um ihn herumsitzen, um sein Wort zu hören. Keiner und nichts soll uns dabei stören. Wir dürfen bei Jesus sein, und Jesus schenkt uns seine volle Aufmerksamkeit.

 

Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen.

 

Sogar seine Familienmitglieder müssen warten. Sie können und dürfen unsere Gemeinschaft mit Jesus nicht stören, genauso wenig wie es Martha durfte mit ihrem Schimpfen über ihre Schwester. Wir sehen hier den tiefsten Sinn der Jungfräulichkeit, die Jesus uns vorlebt, und die im priesterlichen Zölibat und in der Jungfräulichkeit der Ordensleute weitergelebt wird: Ganz für Gott und für die Menschen da sein! Jesus nabelt sich von seiner Familie ab. Es gibt keinen Menschen, der eine besondere, bevorzugte Beziehung zu Jesus haben dürfte. Wir müssen keine Angst haben, dass Jesus jemanden uns vorzieht, dass wir zurückgewiesen werden, weil eine andere Person in seinem Leben wichtiger wäre als wir. Sogar seine Mutter muss zurücktreten, damit Jesus für uns alle da sein kann.

 

Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen.

 

Wir müssen Jesus nicht mit jemandem teilen. Er lebt die Jungfräulichkeit in der Form, dass er voll und ganz für mich da sein kann, und so für alle! So gründet Jesus seine übernatürliche Familie, die Kirche! Hier hat jeder vollen und freien Zugang zu ihm. Wer heute den Zölibat lebt, spiegelt diese Haltung Jesu wider. Jesus ruft Menschen, die seine Haltung, seine Lebensform imitieren, genauso wie es Menschen gibt, die seine Armut in besonderer Weise nachleben oder seinen Gehorsam. Ich finde es gut, dass die Kirche diese Lebensform für die Priester vorschreibt. Damit wird besonders deutlich, dass der Priester Jesus darstellen soll, den Bräutigam, der sich seiner Braut, der Kirche schenkt. Er gibt sein Leben für alle hin, er hat dabei keine bevorzugten Menschen, sondern er ist da für alle.

 

Gebet:

Jesus, viele Menschen heute verstehen deine Hingabe nicht mehr. Du wolltest für alle da sein, für alle dein Leben hingeben. Du wolltest keine kleine Familie haben, die bei dir eine bevorzugte Rolle gespielt hätte. Du bist die Liebe Gottes für alle Menschen. Und alle Menschen willst du in deine Liebe, in deine neue Familie einbeziehen. Danke, dass wir vollen und freien Zugang zu dir haben dürfen. Danke, dass wir zu den Menschen gehören dürfen, die um dich herumsitzen, um dein Wort zu hören.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, Du legst ( für mich ) den Fokus auf die Kirche, auf DEINE ganze Kirche.
    DU gehst zu den Menschen hin, und verweilst bei denen, die nach "mehr" fragen. DU gehst nach jenen hin, die Antworten in ihren Glaubensfragen suchen, und zu jenen, die Heilung wünschen. Diese Beziehung soll durch nichts gestört werden.
    DU gehst...DU gehst zu den Menschen hin, die womöglich keine "intakte"Familie haben.
    Immer bist DU es, der auf Menschen zugehst.
    DU bist wie ein "schützender Raum" in den sich die Menschen hineinflüchten können. Die Gemeinschaft mit uns Menschen ist DIR so sehr wichtig, dass DU sogar deine Mutter warten lässt.
    So hilf mir heute, in DIR zu sein, und wie DU auf Menschen zu zugehen.

    Jesus, bitte hilf.


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