Dienstag, 21. Januar 2020

Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. (Mk 2,27)

02 Woche im Jahreskreis     Dienstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - Mk 2,23-28

An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. 

Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. 

Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten - 

wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? 

Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. 

Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.

 

 

Tagesimpuls:

 

Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.  (Mk 2,27)

 

Diese Aussage Jesu erinnert mich an ein Prinzip, dass man auf viele Lebensbereiche anwenden kann. Oft tun wir etwas, weil wir uns von äußeren Anreizen bestimmen lassen. Z.B. ist etwas im Sonderangebot, und wir kaufen es, weil es eine günstige Gelegenheit ist. Oder man liest ein Buch (was viel Zeit kostet), nur weil wir es von jemandem geschenkt bekommen haben. Oder man isst etwas, nur weil es jetzt vorhanden ist, z.B. auf einem Buffet, weil man meint, dass man so eine Gelegenheit nicht so schnell wieder bekommt. Oder man isst etwas auf, nur damit es nicht verdirbt. Man geht ins Kino, weil der Film jetzt gezeigt wird. Und bei all diesen Dingen könnte man sagen: Die Dinge sind für den Menschen da, nicht der Mensch für die Dinge.

 

Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

 

Es kann zwar der Wille Gottes sein, dass man sich von der äußeren Gelegenheit leiten lässt. Z.B. wenn man Lebensmittel einkauft, dass man etwas nimmt, was jetzt in der Saison geerntet wurde. Oder wenn man einmal in der Woche Sport machen will, dass man – wenn es möglich ist – den Tag wählt, wenn die Sonne scheint. Aber der Wille Gottes lässt sich nicht immer von der äußeren Situation ableiten. Wir müssen vielmehr fragen: Was ist jetzt gut für mich? Was brauche ich? Ich esse nicht etwas, nur weil es da ist, sondern ich esse das, was ich brauche. Nicht das Äußere soll mich bestimmen, sondern das Innere. Ich kaufe nicht etwas, nur weil es günstig ist, sondern ich kaufe das, was ich brauche. Die Waren sind für den Menschen da, nicht der Mensch für die Waren.

 

Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat.

 

Ich weiß, dass dies nicht eine Interpretation des Evangelium ist. Das Evangelium erinnert mich nur an diese Wirklichkeit. Die Dinge sind für mich da, und nicht: ich bin für die Dinge da. Alles steht mir zur Verfügung, aber ich nehme nur das, was für mich gut ist. Die äußere Welt soll mir dienen, nicht ich der Welt.

 

Gebet:

Jesus, sogar die Gebote sollen uns dienen, nicht wir den Geboten. Sie sollen uns eine Richtschnur sein, damit wir erkennen, was für uns gut ist. Aber das Wohl des Menschen und das Heil der Seelen steht bei dir immer im Mittelpunkt, nicht die Erfüllung der Gebote. Bitte hilf mir, von diesem Mittelpunkt aus alle Entscheidungen zu treffen. Hilf mir, unabhängig zu werden von dem, was die Welt mir anbietet. Hilf mir, dass ich mich nicht von äußeren Dingen verführen lasse.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, ich höre für mich aus der Bibelstelle das folgende:

    Da DU der Herr über den Sabbat bist, und ich nach dem Gebot Gottes zu leben versuche, und geschrieben steht "Der Sabbat ist für den Menschen da",
    so bist DU Jesus für mich da!

    Und ich frage mich;
    bin ich am Sabbat ( Sonntag ) für DICH da? Suche ich DEINE Nähe? Will ich mich an DICH satt essen?

    Heiliger Geist, bitte schenke
    mir / uns ein rechtes Verständnis, den Sabbat HEILIG zu halten, und segne alle jene die aufgrund ihres Arbeitsdienste
    ( den Dienst am Menschen) die "Sabbatruhe" nicht einhalten können.

    Amen

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