Samstag, 9. November 2019

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. (Lk 20,35)

32 Sonntag im Jahreskreis  

 

Evangelium (Lk 20,27-38)

 


27

In jener Zeit 
   kamen einige von den Sadduzäern, 
   die bestreiten, dass es eine Auferstehung gibt, 
   zu Jesus 
und fragten ihn: 

28


Meister, Mose hat uns vorgeschrieben: 
   Wenn ein Mann, der einen Bruder hat, stirbt 
   und eine Frau hinterlässt, ohne Kinder zu haben, 
   dann soll sein Bruder die Frau nehmen 
   und seinem Bruder Nachkommen verschaffen. 

29

Nun lebten einmal sieben Brüder. 
Der erste nahm sich eine Frau, 
   starb aber kinderlos. 

30

Da nahm sie der zweite, 

31

danach der dritte 
   und ebenso die anderen bis zum siebten; 
sie alle hinterließen keine Kinder, als sie starben. 

32

Schließlich starb auch die Frau. 

33

Wessen Frau wird sie nun bei der Auferstehung sein? 
Alle sieben haben sie doch zur Frau gehabt. 

34

Da sagte Jesus zu ihnen: 
   Die Kinder dieser Welt heiraten und lassen sich heiraten. 

35

Die aber, die gewürdigt werden, 
   an jener Welt 
   und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, 
   heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

36

Denn sie können auch nicht mehr sterben, 
   weil sie den Engeln gleich 
   und als Kinder der Auferstehung 
   zu Kindern Gottes geworden sind. 

37

Dass aber die Toten auferstehen, 
   hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, 
in der er den Herrn 
   den Gott Abrahams, den Gott Ísaaks und den Gott Jakobs nennt. 

38

Er ist doch kein Gott von Toten, 
   sondern von Lebenden; 
denn für ihn leben sie alle. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. (Lk 20,35)

 

Auf den ersten Blick sieht das, was Jesus hier sagt, negativ aus, so als würde uns im Himmel etwas weggenommen. Aber so kann es nicht richtig sein, so kann es Jesus nicht gemeint haben. Im Himmel kann es kein Weniger, sondern nur ein Mehr geben. Es muss ein Mehr an Liebe geben, ein Mehr an Freude, an Begeisterung, an Schönheit usw. Worin besteht dann in Hinblick auf die Ehe dieses Mehr?

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

 

Hier auf der Erde hat die Ehe eine Art Kehrseite: Die intensive Beziehung zu einer Person schließt vergleichbar intensive Beziehungen zu anderen Personen aus. Man kann nur mit einem Menschen, mit einer Familie diese intensive Beziehung pflegen. Alle anderen Beziehungen stehen dahinter zurück. Und genau das wird im Himmel anders sein. Wir werden intensive Beziehungen zu allen Menschen pflegen können, weil alles unendlich ist. Im Himmel wird keiner mehr eifersüchtig sein auf den anderen, im Himmel werden wir für alle Beziehungen genügend Zeit haben, um sie zu pflegen.

 

Die aber, die gewürdigt werden, an jener Welt und an der Auferstehung von den Toten teilzuhaben, heiraten nicht, noch lassen sie sich heiraten. 

 

Im Himmel wird es möglich sein, zu allen Menschen intensive Beziehungen zu leben. Hier auf der Erde gibt es die zwei Lebensformen, die jeweils einen Aspekt des Himmels andeuten: Die Eheleute leben schon hier auf der Erde ansatzweise die Intensität der himmlischen Beziehungen vor. Die Zölibatären leben ansatzweise die Universalität der himmlischen Beziehungen vor. Gemeinsam geben wir ein Zeugnis für den Himmel, zum einen für die Intensität und zum anderen für die Offenheit für alle. So ergänzen sich die beiden Berufungen, Ehe und Zölibat.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir für unsere Berufungen, für die Ehepaare und für die Zölibatären. Jeder nimmt hier auf der Erde schon ein Stück des Himmels vorweg, jeder auf seine Weise. Hilf uns gut zu leben in unseren Berufungen, dass die Menschen an uns wirklich schon ein wenig vom Himmel erkennen können.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:


  1. Hl.Geist, ich danke Dir, dass Du mich durch den Beistand meines Schutzengel fühlen lässt, dass wir Menschen für die EWIGKEIT geschaffen sind.

    O du mein Schutzengel lass mich im hiesigen Leben schon auf den rechten Christus-Weg gehen, damit am Ende meines irdischen Lebens die einzig richtige "Gottestüre" finde.

    Amen

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