Donnerstag, 14. November 2019

Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. (Lk 17,21)

32 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,20-25

In jener Zeit als Jesus von den Pharisäern gefragt wurde, wann das Reich Gottes komme, antwortete er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es an äußeren Zeichen erkennen könnte. 

Man kann auch nicht sagen: Seht, hier ist es!, oder: Dort ist es! Denn: Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch. 

Er sagte zu den Jüngern: Es wird eine Zeit kommen, in der ihr euch danach sehnt, auch nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben; aber ihr werdet ihn nicht erleben. 

Und wenn man zu euch sagt: Dort ist er! Hier ist er!, so geht nicht hin, und lauft nicht hinterher! 

Denn wie der Blitz von einem Ende des Himmels bis zum andern leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. 

Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden.

 

 

Tagesimpuls:

 

Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.  (Lk 17,21)

 

Schon wieder entdecke ich eine sehr schwache Übersetzung! Hier wurde mit „mitten unter euch" übersetzt. Im Griechischen steht „entos" (ἐντὸς). Das heißt aber richtig übersetzt „in euch", „innerhalb von euch". Ich finde, dass das ein Unterschied ist. Denselben Fehler findet man in der Einheitsübersetzung in Kolosser 1,27, wo im Originaltext steht: „Christus ist in euch, die Hoffnung auf Herrlichkeit." Aber in der Einheitsübersetzung übersetzt man: „Christus ist unter euch."

 

Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.

 

Vielleicht fehlt den Übersetzern irgendwie der Zugang zur Mystik. Das Christus in einem sein kann, mit dieser Vorstellung können sie wahrscheinlich nichts anfangen, und dann finden sie es plausibler, zu übersetzen, „Christus sei unter uns". Dass Jesus in unserer Mitte ist, sagt er ja selber auch in Mt 18,30: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (griech. en meso). Das ist ja auch richtig. Aber Jesus will auch sagen, dass er in uns ist, und wie hier im Evangelium, dass das Reich Gottes in uns ist.

 

Das Reich Gottes ist (schon) mitten unter euch.

 

Es geht eben um diese innige, mystische Verbindung, ja Vereinigung mit ihm. Wo er in uns ist, dort ist das Reich Gottes schon da. Daraus folgt, dass wir ihm Raum geben müssen in uns. Dass wir ihm auch unter uns Raum geben (Mt 18,20), z.B. in unseren Gesprächen, im gemeinsamen Gebet, das ist auch wichtig. Aber es ist genauso wichtig, dass wir ihm in uns Raum geben, z.B. in unseren Gedanken, im persönlichen Gebet, indem wir uns immer wieder auf ihn ausrichten. Auch wenn wir das Reich Gottes nicht an äußeren Zeichen sehen, wir erleben es in uns an dem inneren Frieden, an der inneren Freude und am Zuwachs von Glaube, Hoffnung und Liebe.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass du in uns sein willst. Wir empfangen dich regelmäßig in der Eucharistie, aber auch durch dein Wort und durch den Heiligen Geist. Danke, dass dein Reich in uns wächst, und dadurch in der Welt. Ich will dir Raum geben, mich mehr für dich öffnen, dass dein Reich in mir wachsen kann.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 


Pastor Roland Bohnen


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Fax 02456 - 3019
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1 Kommentar:

  1. Herr, rufe mich heute bei meinem Namen, damit ich in DEINER MITTE sein darf.

    Amen

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