Samstag, 7. September 2019

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. (Lk 14,26)

23 Sonntag im Jahreskreis  

 

Evangelium                                                   Lk 14, 25–33

In jener Zeit
25begleiteten viele Menschen Jesus;
da wandte er sich an sie
26und sagte: Wenn jemand zu mir kommt
und nicht Vater und Mutter,
Frau und Kinder, Brüder und Schwestern,
ja sogar sein Leben gering achtet,
dann kann er nicht mein Jünger sein.
27Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht,
der kann nicht mein Jünger sein.
28Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und berechnet die Kosten, 
ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen?
29Sonst könnte es geschehen,
dass er das Fundament gelegt hat,
dann aber den Bau nicht fertigstellen kann.
Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten
30und sagen: Der da hat einen Bau begonnen
und konnte ihn nicht zu Ende führen.
31Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht,
setzt er sich dann nicht zuerst hin
und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann
dem entgegenstellen kann,
der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt?
32Kann er es nicht,
dann schickt er eine Gesandtschaft,
solange der andere noch weit weg ist,
und bittet um Frieden.
33Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein,
wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.

 

Tagesimpuls:

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.  (Lk 14,26)

 

Dort, wo viele unserer deutschen Übersetzungen „geringachtet" schreiben, steht im Original eigentlich „hasst". Aber das war für die deutschen Übersetzer und Hörer zu hart, daher haben sie es in der Übersetzung weicher gemacht. Man fragt sich, warum Jesus uns diese harte Formulierung hat zumuten wollen. Er sagt ja an anderer Stelle, dass man Gott, seinen nächsten und sich selbst lieben soll. Daran erkennen wir, dass das Ganze zwei Seiten hat, und wir müssen uns bemühen, zu verstehen, wie Jesus es meint. Jesus benutzt manchmal harte Formulierungen und traut uns zu, dass wir sie richtig verstehen. Er sagt z.B. auch, dass man sich sein Auge ausstechen soll, wenn es einen zur Sünde verleitet. Das sollen wir nicht wörtlich nehmen. Aber er will uns dennoch mit diesen krassen Formulierungen etwas Wichtiges mitteilen.

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

 

Hier geht es ja um die Familie und um das eigene Leben. Das sind die Dinge, die uns natürlicherweise am wichtigsten sind. Und an diesen Dingen soll man nicht hängen. Vor allem soll man sie nicht über Gott stellen. Vielleicht benutzt Jesus diese harte Formulierung „hasst", weil er uns klarmachen will, wie wichtig das ist, und zugleich, wie schwer das ist. Wir alle hängen an unserem Leben, und die Familie ist uns allen wichtig. Und da ist die Gefahr sehr groß, dass wir Gott dahinter zurückstellen. Wie viele sagen mir immer wieder, dass sie nicht zum Sonntagsgottesdienst gehen, weil der Sonntag der einzige Tag für die Familie sei. Da sieht man es. Im Zweifelsfall wird Gott hintenangestellt. Sehr viele stellen sogar nicht nur die Familie, sondern auch Schule und Beruf noch vor Gott. Dann sagt man: „Wenn die Kinder für eine Arbeit lernen müssen, das ist doch wichtiger als der Gottesdienstbesuch."

 

Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben geringachtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.

 

Wir sollen Gott an die erste Stelle setzen. Gott ist sozusagen der Ast, auf dem wir sitzen. Wenn wir den absägen, dann fallen wir. Dann geht alles den Bach herunter. Alles, wirklich alles lebt und gibt uns Kraft, weil Gott es uns schenkt. Wenn wir den Geber der Gaben nicht mehr beachten, gehen uns auf Dauer auch die Gaben verloren. Dann wird unsere Familie nicht mehr das sein, was sie sein sollte, dann ist sie gefährdet und kann sogar zerbrechen. Jesus will uns also einschärfen: Stellt nichts über Gott, nicht einmal die Familie, nicht einmal euer eigenes Leben!

 

Gebet:

Jesus, ich verstehe dich. Wir sollen dich wirklich an die erste Stelle setzen. Jesus, ich habe mich für dich entschieden. Hilf mir, dass ich dich auch in der Praxis immer an die erste Stelle setze! Ich bekenne, dass ich alles von dir habe, dass du die Quelle von allem bist. Daher will ich dich achten und ehren und dir den Vorrang einräumen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

  

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
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