Donnerstag, 12. September 2019

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. (Lk 6,28)

23 Woche im Jahreskreis     Donnerstag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 6,27-38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. 

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. 

Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd. 

Gib jedem, der dich bittet; und wenn dir jemand etwas wegnimmt, verlang es nicht zurück. 

Was ihr von anderen erwartet, das tut ebenso auch ihnen. 

Wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder lieben die, von denen sie geliebt werden. 

Und wenn ihr nur denen Gutes tut, die euch Gutes tun, welchen Dank erwartet ihr dafür? Das tun auch die Sünder. 

Und wenn ihr nur denen etwas leiht, von denen ihr es zurückzubekommen hofft, welchen Dank erwartet ihr dafür? Auch die Sünder leihen Sündern in der Hoffnung, alles zurückzubekommen. 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und sollt Gutes tun und leihen, auch wo ihr nichts dafür erhoffen könnt. Dann wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 

Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! 

Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. 

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

 

 

Tagesimpuls:

 

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.  (Lk 6,28)

 

Jeder Mensch auf der Welt leidet unter dem Bösen. Wir werden verletzt von anderen Menschen. Die Gefahr ist, dass wir uns dann als Opfer betrachten und meinen, das Recht zu haben, böse zu sein auf die anderen, auf die Welt und auf Gott. Dann verletzen wir damit andere Menschen, meistens die, die uns am meisten lieben. Und so nimmt der Teufelskreis seinen Lauf. Jesus will, dass wir lernen, gut zu sein zu allen Menschen, egal was andere uns angetan haben. Wir sollen den Teufelskreis unterbrechen und Liebe in die Welt bringen. Dann sind wir nicht mehr Opfer, sondern wir übernehmen die Autorität über unser Leben. Wenn ich Opfer bin, habe ich die Autorität an andere abgegeben und lasse mich von anderen bestimmen. Um zu lieben, muss ich die Autorität über mein Leben an mich nehmen und mein Leben selber gestalten. Was andere machen, interessiert mich nicht, ich lebe so, wie ich es für richtig halte. Wenn andere schlecht sind, ist mir das egal, ich versuche trotzdem gut zu sein, immer.

 

Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.

 

Aber das ist nicht leicht. Daher brauchen wir viel Gebet. Daher sagt Jesus, wir sollen segnen und beten. Ohne das Gebet geht es nicht. Dann brauchen wir Vergebung und Barmherzigkeit. „Seid barmherzig", sagt er. Eine große Hilfe kann der Barmherzigkeitsrosenkranz sein, damit wir die Barmherzigkeit des Vaters empfangen und verinnerlichen. Durch Segnen, Gebet und Barmherzigkeit finden wir langsam in die Haltung hinein, dass wir nicht mehr Opfer sind der Menschen, die uns verletzt haben, sondern dass wir fähig werden, Liebe zu schenken unabhängig davon, was andere Menschen tun oder getan haben.

 

Gebet:

Jesus, ich will den Weg der Barmherzigkeit gehen. Ich will mehr Liebe in die Welt bringen. Ich will den Teufelskreis unterbrechen. Ich segne die Menschen, die mich verletzt haben, von der Kindheit bis heute. Lass Liebesströme der Barmherzigkeit über sie fließen. Und lass alle Menschen zur Erkenntnis deiner Liebe gelangen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
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Fax 02456 - 3019


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