Dienstag, 24. September 2019

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. (Lk 8,20)

25 Woche im Jahreskreis     Dienstag

 

EVANGELIUM

Lk 8, 19-21

 

In jener Zeit

19kamen die Mutter Jesu und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen.

20Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.

21Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

 

 

Tagesimpuls:

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.  (Lk 8,20)

 

Weil hier von den Brüdern Jesu die Rede ist, nehmen dies manche Christen als Anlass, an der Jungfräulichkeit Marias zu zweifeln. Aber das ist kein Beweis gegen ihre Jungfräulichkeit. Vor einiger Zeit besuchte uns ein afrikanischer Priester, der in Rom studiert. Wir sprachen über diese Bibelstelle, und er sagte uns, dass in seiner Heimat die Menschen in Großfamilien leben. In ihrer Sprache werden alle Cousins und Cousinen auch Brüder und Schwestern genannt. Es gibt kein eigenes Wort für Cousins und Cousinen. Es gibt nur Brüder und Schwestern.

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.

 

Ähnliches erzählte mir einmal ein Freund, in dessen Familie eine junge ausländische Haushaltshilfe arbeitete. Einmal sagte sie: „Morgen kann ich nicht kommen, aber dann kommt meine Schwester zu ihnen." In Wirklichkeit war es aber gar nicht die Schwester, sondern die Cousine. Beim Wort „Brüder" müssen wir also den kulturellen Kontext kennen und dürfen nicht zu schnell alles von unserer Kultur und Sprache aus verstehen.

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.

 

Es gibt noch eine andere Erklärung. Der Heilige Josef war schon älter. Diese Annahme wird dadurch unterstützt, dass er außer in der Kindheit Jesu nicht mehr vorkommt, denn man vermutet, dass er zu dieser Zeit bereits verstorben war. Auch in diesem heutigen Evangelium wird er nicht mehr erwähnt. Es kann gut sein, dass Josef schon Kinder aus erster Ehe hatte. Diese würde man sogar heute bei uns auch Geschwister nennen, und vielleicht erst auf genauere Nachfrage hin „Halbbruder" oder „Halbschwester".

 

Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen.

 

Wir Katholiken glauben, dass Maria Jungfrau war. Jesus war nicht verheiratet. Er war ganz da für uns und hatte keine Bindung, die ihm wichtiger war als die Bindung zu uns allen, zu mir und dir. Und Maria ist ihm darin ähnlich. Sie wird unter dem Kreuz uns allen zur Mutter gegeben. Sie hat keine weiteren eigenen Kinder, die ihr näherstehen würden als wir. Wir sind für Jesus und Maria ganz wichtig. Wir stehen für sie beide an der ersten Stelle. Sie beide haben keinen, den sie gegenüber uns bevorzugen würden.

 

Gebet:

Jesus, danke, dass wir zu deiner Familie gehören dürfen. Danke, dass wir für dich so wichtig sind. Und ich danke dir auch, dass du uns deine Mutter am Kreuz als unsere Mutter geschenkt hast. Lass alle Menschen Geborgenheit finden in deiner großen Familie, der Kirche.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, DU schaust nicht nur auf deine Mutter, sondern "immer" auf deine Mutter. Denn DU vertraust ihr stellvertretend in Johannes-unter dem Kreuz, die ganze Menschheit an...deine ganze apostolische Kirche.

    So wie deine Mutter in der Begegnung mit dem Engel Gabriel auf das "Hörende Wort" antwortet, und sagt: "siehe,ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort", so nimmt sie unter Deinem Kreuz, Johannes, ganz in Liebe an.

    Jesus, mit Liebe blickst du auf deine Mutter, die draußen steht, doch darüber hinaus schaust DU auf deine ganze einheitliche Kirche, und sagst:
    " meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln.

    Mutter Maria, um deine Fürbitte flehe ich; schenke mir die Gnade das Wort Gottes besser und klarer zu hören, und bereit zu sein, danach zu handeln, und mit dir zu beten "siehe,ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort".

    Amen

    AntwortenLöschen