Mittwoch, 11. September 2019

Weh euch, die ihr jetzt satt seid. (Lk 6,25)

23 Woche im Jahreskreis     Mittwoch

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 6,20-26

In jener Zeit richtete Jesus seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes. 

Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet satt werden. Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. 

Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und aus ihrer Gemeinschaft ausschließen, wenn sie euch beschimpfen und euch in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. 

Freut euch und jauchzt an jenem Tag; euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. 

Aber weh euch, die ihr reich seid; denn ihr habt keinen Trost mehr zu erwarten. 

Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. 

Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

 

 

Tagesimpuls:

 

Weh euch, die ihr jetzt satt seid.  (Lk 6,25)

 

Unsere menschliche Natur will satt sein. Wir neigen dazu, immer die Befriedigung aller Bedürfnisse anzustreben. Wir wollen das Unangenehme, Unbequeme und vor allem den Schmerz so gut wie möglich vermeiden. Aber Jesus sieht da ein Problem. Zu viel satt Sein, zu viel Bequemlichkeit ist nicht gut für uns. Das hören wir nicht gerne, weil es unserer (gefallenen) menschlichen Natur widerspricht. Aber wir müssen es uns von Jesus sagen lassen, wir müssen uns damit auseinandersetzen.

 

Weh euch, die ihr jetzt satt seid.

 

Im Grunde weiß es jeder. Die Sportler, die Musiker, eigentlich alle erfolgreichen Menschen zeigen es uns: Ohne Fleiß kein Preis. Man muss etwas investieren. Wenn die Fußballer abends vor dem nächsten Spiel noch Party machen, dann sind sie am nächsten Tag nicht fit. Da gibt es strenge Regeln, strenge Disziplin. Auch für uns als Christen gilt, dass wir nicht zu satt sein sollen. Wir müssen uns immer wieder überwinden zu Verzicht und Opfer, sonst schaden wir uns selber.

 

Weh euch, die ihr jetzt satt seid.

 

Bei den Erscheinungen in Medugorje weist Maria auf einen praktischen Weg hin: mittwochs und freitags fasten. Das ist ihr Vorschlag, wie wir das schädliche Satt-Sein verhindern können. In vielen Ländern und christlichen Kulturen gibt es andere, aber ähnliche Traditionen. In der Begegnung mit den Flüchtlingen finden wir Traditionen des Fastens, die meistens strenger sind als die unseren, wobei man sagen muss, dass bei uns ja auch alles abgeschafft worden ist in den letzten Jahren. Aber die heutige Praxis der Kirche Deutschlands in Bezug auf Fasten ist alles andere als ein guter Maßstab. Da sollten wir eher mal auf vergangene Generationen schauen, wie die gefastet haben.

 

Weh euch, die ihr jetzt satt seid.

 

Ich möchte uns ermutigen, auch wenn es scheinbar gegen unsere (gefallene) Natur geht, irgendeine Form des Fastens zu üben. Achten wir darauf, dass wir nicht zu satt werden in unserem Leben!

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns in allem den Weg zeigst. Du warnst uns davor, zu satt zu sein. Und wir erleben es, wie schädlich das übertriebene Satt-Sein für die Gesundheit ist. Ganz sicher ist es auch schädlich für die Seele, sonst würdest du es nicht sagen. Hilf uns, Formen des Fastens und Verzichtens zu finden, die für unser Leben passend sind. Und schenke und die Kraft und die Überzeugung, das zu schaffen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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