Freitag, 6. September 2019

In jenen Tagen werden sie fasten. (Lk 5,35)

22 Woche im Jahreskreis     Freitag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 5,33-39

In jener Zeit sagten die Pharisäer und Schriftgelehrten zu Jesus: Die Jünger des Johannes fasten und beten viel, ebenso die Jünger der Pharisäer; deine Jünger aber essen und trinken. 

Jesus erwiderte ihnen: Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste fasten lassen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? 

Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; in jenen Tagen werden sie fasten. 

Und er erzählte ihnen auch noch ein Gleichnis: Niemand schneidet ein Stück von einem neuen Kleid ab und setzt es auf ein altes Kleid; denn das neue Kleid wäre zerschnitten, und zu dem alten Kleid würde das Stück von dem neuen nicht passen. 

Auch füllt niemand neuen Wein in alte Schläuche. Denn der neue Wein zerreißt die Schläuche; er läuft aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. 

Neuen Wein muss man in neue Schläuche füllen. 

Und niemand, der alten Wein getrunken hat, will neuen; denn er sagt: Der alte Wein ist besser.

 

 

Tagesimpuls:

 

In jenen Tagen werden sie fasten.  (Lk 5,35)

 

Das Fasten wurde in der Katholischen Kirche fast ganz abgeschafft. Das zeigt, wie lau wir geworden sind. Man will keine Unbequemlichkeit haben. Aber es liegt auch daran, dass man den Sinn nicht mehr begriffen hatte. Das Problem in der katholischen Kirche war, dass man alles nur aus Zwang, aus Pflicht getan hat. Man musste alles machen. Und in dem Moment, wo unsere Gesellschaft freier wurde, hat man alle diese unbequemen Traditionen über Bord geworfen. Statt die Dinge abzuschaffen, hätte man sich bemühen müssen, den Menschen den Sinn zu erklären. Man hätte sich bemühen müssen, die alten Traditionen zu verstehen und mit Liebe zu füllen, mit Heiligem Geist. Aber man hat dagegen rebelliert und sie einfach nicht mehr praktiziert.

 

In jenen Tagen werden sie fasten.

 

Nun wird das Fasten langsam immer mehr wiederentdeckt. Ich sehe das auch in den anderen Konfessionen. Wir brauchen das Fasten, um in eine tiefere Beziehung zu Jesus, zum Bräutigam, zu kommen. Er sagt, dass unser Fasten ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach dem Bräutigam ist, der uns genommen wurde. Wir sehnen uns nach der Nähe des Bräutigams, nach seiner Liebe, nach seinem Handeln in uns und in unserer Welt. Und deswegen fasten wir. Fasten ist wie ein besonders starkes Beten. Ich muss an das Wort denken: „Wer singt, betet doppelt." Vielleicht könnte man ergänzen: „Wer fastet, betet dreifach."

 

In jenen Tagen werden sie fasten.

 

Heute ist Freitag, da passt dieser Impuls besonders gut. Freitags denken wir an den Tod Jesu. Wir fasten, um seine Auferstehung zu erleben, um zu erfahren, dass der Auferstandene sich zeigt. Wer bisher noch gar keine Erfahrung mit dem Fasten hat, könnte ja ganz klein anfangen. Man verzichtet auf eine Sache, oder auf eine Mahlzeit. Hauptsache, man hat schon mal begonnen. Jesus wird es belohnen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du uns einlädst, heute am Freitag zu fasten. Du zeigst uns alles, was wir brauchen, um in eine tiefe Beziehung zu dir zu kommen und das Böse abzuwenden. Hilf uns dabei. Zeige uns, was wir tun können. Zeige uns das richtige Maß. Ja, Jesus, ich will nicht lau sein, ich will dir nachfolgen und eine tiefe Beziehung zu dir haben.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Heute ist Herz-Jesu-Freitag

    Herr Jesus, lehre mich ein richtiges Verhalten im Fasten, ein Fasten nach DEINEM WILLEN.

    Hl.Schutzengel ich bitte dich, hilf mir, dass ich im Fasten mein Verhalten auf das Kreuz Jesus Christus ausrichte.

    Herr Jesus, ist das Fasten auch Jahrhunderte- Jahrtausende von Jahren alt, so ist es für mich immerwieder ein sich "neu ausrichten auf Gott".

    Amen

    AntwortenLöschen