Montag, 26. November 2018

Diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben. (Lk 21,4)

34 Woche im Jahreskreis      Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 21,1-4

In jener Zeit sah Jesus, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferkasten legten. 

Dabei sah er auch eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen hineinwarf. 

Da sagte er: Wahrhaftig, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr hineingeworfen als alle anderen. 

Denn sie alle haben nur etwas von ihrem Überfluss geopfert; diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

 

 

Tagesimpuls:

 

Diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.  (Lk 21,4)

 

Aus weltlicher Sicht betrachtet, ist es unvernünftig, was die Frau macht. Aber trotzdem lobt es Jesus. Im Korintherbrief (2 Kor 8,13ff) fordert Paulus dazu auf, etwas vom eigenen Überfluss zu spenden. Das ist vernünftig. Er sagt, dass es nicht darum geht, dass man selber in Not gerät, weil man zu viel gespendet hätte. So ist es normalerweise, so machen es die meisten Menschen. Und trotzdem lobt Jesus dieses unvernünftige Verhalten der Witwe, die etwas tut, was man eigentlich nicht machen kann. Sie gibt alles was sie hat, ohne darüber nachzudenken, wovon sie sich nun etwas zu essen kaufen kann.

 

Diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

 

Ähnlich ist es bei den Märtyrern. Die Vernunft würde sagen, dass man sein Leben in Sicherheit bringen soll. Man kann Gott doch noch viel mehr dienen, wenn man am Leben bleibt. Aber der Märtyrer macht das nicht. Er gibt sein Leben hin, so wie Jesus. Aber was heißt das für uns? Ich denke, normalerweise sollen wir uns an den Ratschlag von Paulus halten. Die Hingabe des Lebens besteht genau darin, dass wir vernünftig handeln, nicht egoistisch, sondern immer dem Willen Gottes entsprechend. Das sind viele kleine Tode, da verleugnen wir unseren Eigenwillen, wir bringen Opfer aus Liebe. Aber auch in unserem Leben gibt es diese Momente, wo wir für Jesus etwas „Unvernünftiges" machen, wo wir alles auf eine Karte setzen, wo wir voll und ganz auf Gott vertrauen und nicht darüber nachdenken, wie es später weitergehen wird. Wir können uns nicht in allem absichern. Manchmal müssen wir ein Risiko eingehen und auf Gott vertrauen. Ich glaube, dass Gott uns in diesen Dingen führt, und dass wir es in unserem Gewissen erkennen, wo er uns ruft, unser Leben hinzugeben in dem vollen Vertrauen, dass das jetzt die richtige Entscheidung ist.

 

Diese Frau aber, die kaum das Nötigste zum Leben hat, sie hat ihren ganzen Lebensunterhalt hergegeben.

 

Letztlich sind die großen Akte der Hingabe, die wir bei den Märtyrern sehen, Hinweise für uns, dass wir täglich im Alltag unser Leben Jesus schenken sollen. An denen, die radikal alles geben, erkennen wir, wie wir leben sollen: im vollen Vertrauen auf Gott. Gott wird unsere Opfer annehmen und mit dem Opfer Jesu vereinen.

 

Gebet:

Jesus, ich erkenne, dass ich dir vertrauen soll und viele Vertrauensschritte machen soll täglich. Hilf mir, dass mein Leben nicht nur von der Vernunft berechnet ist, sondern dass ich diese Schritte der Hingabe mache, immer wieder Opfer bringe, auch wo es nicht vernünftig scheint. Bewahre mich aber auch davor, dumme Sachen zu machen in dem Glauben, dass ich dir damit gefallen würde. Zeige mir die richtige Mitte zwischen Vernunft und Gottvertrauen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, wecke heute in mir das Verständnis dafür, "nicht was ich gebe ... sondern in welcher Haltung - HerzensHaltung" ich etwas gebe...

    Amen

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