Montag, 12. November 2018

Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht. (Lk 17,3)

32 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk 17,1-6

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. 

Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. 

Seht euch vor! Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht; und wenn er sich ändert, vergib ihm. 

Und wenn er sich siebenmal am Tag gegen dich versündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: Ich will mich ändern!, so sollst du ihm vergeben. 

Die Apostel baten den Herrn: Stärke unseren Glauben! 

Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden, und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen. 

 

 

Tagesimpuls:

 

Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht.  (Lk 17,3)

 

Eigentlich wollen wir ja keinen Streit. Und wir Christen sind oft bereit, vieles einzustecken, vieles zu erleiden und nichts zu sagen. Aber Jesus ermutigt uns, dass wir auch mal etwas sagen sollen. Es ist nicht im Sinne Jesu, dass wir immer nur die Faust in der Tasche machen und nichts sagen. Er sagt:

 

Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht.

 

Natürlich sollen wir dem anderen nicht ungefiltert unseren Ärger an den Kopf schmeißen. Wir können und sollen alles mit Liebe sagen. Manchmal nützt es, manchmal können wir aber auch nicht sehen, ob es dem anderen etwas genützt hat. Wir sind ja auch nicht für die Reaktion des anderen verantwortlich, sondern nur dafür, was wir sagen sollen.

 

Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht.

 

Wenn der andere nicht bereit ist, seine Fehler einzusehen und sich zu ändern, dann müssen wir uns distanzieren. Wenn er aber bereit ist, sich zu ändern, dann soll ich ihm immer wieder vergeben und eine neue Chance geben. Jesus will, ja dass unsere menschlichen Beziehungen gelingen. Dann wäre es schädlich, sich vorschnell zu distanzieren. Man muss es immer wieder versuchen. Nur, wenn ich sehe, dass es überhaupt keinen Zweck hat, weil der andere uneinsichtig ist und mich fortwährend verletzt, dann kann ich nicht anders als auf Distanz zu gehen. Aber normalerweise muss man es immer wieder versuchen, immer wieder neu anfangen.

 

Gebet:

Jesus, ich habe Angst vor Konflikten. Zu oft lasse ich Probleme laufen und sage nichts. Manchmal sage ich aber auch zu viel, wo man besser schweigen könnte. Nicht alle Probleme kann man durch Reden lösen. Manches ergibt sich auch von allein, wenn man einfach nur eine positive Einstellung dem anderen gegenüber durchhält. Jesus, hilf mir, dann zu reden, wenn ich reden muss, und zeige mir auch, wo ich eine Sache einfach nur dir anvertrauen soll.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


1 Kommentar:

  1. Jesus, du reichst mir heute diese Bibelstelle, die, so stelle ich fest, ich bis vor einigen Jahren so "nicht" gelebt habe...

    Denn so manchen Widerstand, dachte ich mit Unvergebenheit - Durchsetzungsvermögen und Härte einzudämmen.

    Heute weiß ich, dass dies ein sehr großer Fehler war.

    Heute weiß ich,  dass wenn ich den "externen Wiederstand"  nicht demütig beigebe..."siegt" jener , welcher mich zum Ärgernis drängt. 
    Denn dann wird das Problem des Anderen, zu "meinem Problem" und ich befinde mich im "seelischen Unfrieden".

    Jesus ich Danke DIR, dass ich immer mehr und mehr lernen darf, vor jedem beginnenden Ärgernis...Problem oder Unfrieden, den "Riegel der inneren Vergebung" zu schieben.

    Segne ale jene, die in Unfrieden leben, und lass die Zurechtweisungen immer aus der Quelle deines Glaubens entspringen!

    Amen

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