Montag, 12. Juli 2021

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. (Mt 10,37)

15 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,34-42.11,1.

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. 

Denn ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; 

und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 

Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig. 

Wer das Leben gewinnen will, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. 

Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. 

Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. 

Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen. 

Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

 

 

Tagesimpuls:

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig.   (Mt 10,37)

 

Wer sich für Jesus entscheidet, wird nicht von allen verstanden und unterstützt. Es kann zu Unverständnis und sogar Ablehnung innerhalb der Familie kommen. Sehr extrem ist das, wenn z.B. jemand aus einer muslimischen Familie in einer muslimischen Kultur zum christlichen Glauben konvertiert. Ich habe es aber auch schon von anderen Religionen wie z.B. vom Buddhismus gehört, dass Menschen, die den christlichen Glauben angenommen hatten, extrem feindselig behandelt wurden. In diesem Kontext versteht man die Worte Jesu sehr gut. Bei uns wird der christliche Glaube vielfach sehr lau und oberflächlich gelebt. Damit eckt man natürlich auch bei niemandem an. Diese Worte Jesu kann nur der Christ verstehen und nachvollziehen, der seinen Glauben bewusst lebt, der sein Leben wirklich von Jesus prägen lässt.

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 

 

Auf der anderen Seite spricht Jesus davon, dass die wandernden Christen aufgenommen werden, dass man ihnen Wasser gibt usw. Er sieht also voraus, dass Christen ihre Familien verlassen haben, teils weil sie ausgestoßen wurden, teils weil sie sich zum Dienst für Jesus berufen fühlen. Nun sind sie unterwegs, haben ihre Heimat verlassen, aber nun werden sie von anderen Christen aufgenommen, sie bekommen eine neue Familie von Gott, die Kirche. Dadurch sind sie überall zu Hause, sie sind nie allein. Diese Erfahrung habe ich selbst machen dürfen, und ich mache sie immer wieder. Ich bin relativ viel gereist, war in vielen Ländern, und immer habe ich Anschluss gehabt bei Christen, in Gemeinden, in der Kirche. Und immer wieder fühlt man: Es ist meine Familie, wir verstehen uns, als würden wir uns schon viele Jahre kennen. Wir tauschen uns geistlich aus, ohne durch Hemmungen gehindert zu werden, denn wir erleben es: Wir sind Geschwister, wir brauchen keine lange Zeit, um miteinander vertraut zu werden.

 

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig. 

 

Ich kenne ein christliches Ehepaar. Der Mann schwärmt oft in höchsten Tönen von seiner Frau. Er zählt alle ihre Vorzüge auf. Und dann, am Schluss sagt er: „Und wisst ihr, was das Allerbeste an meiner Frau ist? Sie liebt Jesus noch etwas mehr als mich!" Man kann eine Super-Beziehung zu seiner Familie haben, und trotzdem kann man sagen, dass man Jesus mehr liebt. Genauso ist es richtig! Und wer Jesus liebt, der versteht das.

 

Gebet:

Jesus, du hast bei mir den ersten Platz. Bitte hilf mir, heute darauf zu achten, dass nichts und niemand dir diesen Platz streitig macht. Hilf mir zu erkennen, wenn ich andere Wünsche dir bevorzuge. Ich will dich am meisten lieben von allen.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 








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2 Kommentare:

  1. Jesus, heute lehrst du mich / uns mit einer "harten-unverückbaren" Sprache.
    Ich muss sagen, dass ich deine Lehre heute mehrmals lesen musste. (eine schwere Kost!)

    Für mich wird klar,  dass DU immer "genau"  hingeschaut hast, indem wie die Menschen im Miteinander umgingen.
    Du sprichst vom Schwert. 
    Hierbei erinnere ich mich an die Szene im Tempel"  Lk.2,33-35...
    Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird. Dadurch sollen die Gedanken vieler Menschen offenbar werden. Dir selbst aber wird ein Schwert durch die Seele dringen.

    So spüre ich, dass auch mir dieses "Schwert der Schmerzen" im Leben begegnet ist, und noch begenen wird.
    Denn, wenn beispielsweise innerhalb der Familie und im Freundeskreis darüber gesprochen wird,  warum die Kirche / der Pfarrer nicht die "Gleichgeschlechtlichen segnet", ich - dann selbst "Glaubensposition für Jesus und die Gottesgebote" beziehe, dann aber oftmals Ablehnung und Unverständnis erfahre,  so fühlt sich dass schon "schmerzhaft im Herzen" an.

    Jesus, ich bitte auf die Fürsprache deiner / unseren seligen Gottesmutter, mir die Gnade der Beharrlichkeit und der Standfestigkeit im Glauben-Gottes zu schenken.  Amen 🙏

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  2. Danke Herr Pastor Bohnen für die täglichen Impulse. Eine gesegnete Urlaubszeit und alles Gute und weiterhin viel Freude für Ihre Berufung bei der Begegnung mit Gläubigern, Suchenden und Fragenden.

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