Samstag, 3. Juli 2021

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria? (Mk 6,3)

14 Sonntag im Jahreskreis  

Evangelium                                                          Mk 6, 1b–6

In jener Zeit
1b kam Jesus in seine Heimatstadt;
seine Jünger folgten ihm nach.
2Am Sabbat lehrte er in der Synagoge.
Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten,
gerieten außer sich vor Staunen
und sagten: Woher hat er das alles?
Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist?
Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen?
3Ist das nicht der Zimmermann,
der Sohn der Maria
und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon?
Leben nicht seine Schwestern hier unter uns?
Und sie nahmen Anstoß an ihm.
4Da sagte Jesus zu ihnen:
Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen
außer in seiner Heimat,
bei seinen Verwandten und in seiner Familie.
5Und er konnte dort keine Machttat tun;
nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie.
6Und er wunderte sich über ihren Unglauben.
Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer
und lehrte dort.

 

Tagesimpuls:

 

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?  (Mk 6,3)

 

Einerseits staunen die Menschen und erkennen die Machttaten Jesu an. Andererseits haben sie gewaltige Zweifel, weil sie Jesus als normalen Menschen, als einer von ihnen, kennengelernt haben. Sie denken, der Messias müsste vom Himmel kommen, oder irgendwie besonders sein. Es kann nicht, dass sie mit ihm aufgewachsen und als Kinder mit ihm gespielt haben. Aber genau das wollte Gott ja: Ein normaler Mensch werden, der aber trotzdem Gottheit und Menschheit miteinander verbindet.

 

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?

 

Heute ist es auch so. Auch im Leben der heutigen Menschen gibt es viele Zweifel. Bei uns sehen die Zweifel anders aus als bei den Menschen von Nazareth. Vieles kommt, weil wir manipuliert werden, weil die Mehrheit der Menschen nicht mehr glaubt. Dann fällt es dem einzelnen schwer, gegen den Strom zu schwimmen. Ich sehe auch heute diese Mischung von Glauben und Zweifel in den Menschen, wie oben in der Bibel. Wenn z.B. ein gesellschaftlicher Anlass besteht, wo man wieder zur Kirche geht (z.B. eine Beerdigung oder Erstkommunionfeier), dann wird die kleine Flamme des Glaubens kurzzeitig etwas größer. Aber schon ein paar Tage danach ist man wieder in dem alten Zweifel gefangen, und möglicherweise schimpft man wieder über die Kirche.

 

Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?

 

Der Hauptzweifel ist auch heute, dass die Menschen an der Kirche zweifeln, daran, dass Jesus durch die Kirche wirkt. Aber genau das ist untrennbar mit der Menschwerdung Gottes verbunden. Gott wird Fleisch in der Eucharistie, in der Feier der Messe. Das ist ein reales Handeln der Kirche hier auf Erden. So wie man damals an der Menschwerdung Gottes gezweifelt hatte, so zweifelt man heute an der „Kirche-Werdung" Gottes. Aber Gott will in der Kirche wirken, er will durch die Kirche wirken. Hier wird er „Mensch", hier handelt er heute mitten in dieser Welt.

 

Gebet:

Jesus, wir sehen in der Bibel, wie sich bei den Menschen Staunen, anfänglicher Glaube und Zweifel mischen. So ist es immer. Der Hauptanstoß ist an deiner Menschlichkeit. So ist es auch heute bei der Kirche. Die Menschen haben Zweifel, dass du in der Kirche wirkst. Bitte hilf uns, gute Zeugen zu sein.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 








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2 Kommentare:

  1. Jesus, warum hat man DICH in deiner Heimat nicht anerkannt? Da es nicht an Dich- DEIN  Heiliges Wort lag, lag es ganz allein an uns Menschen ! ...denn es heisst: " Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen...
    Und wenn ich so die heutige Gesellschaft (hier in meiner Umgebung) ansehe  hat sich nichts geändert. 
    Daher bitte ich DICH; habe Erbarmen mit uns. AMEN

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  2. Jesus, auch in deiner Heimat hattest du zunächst viele Zuhörer, vielleicht gerade deshalb, weil dich viele kannten. Man muss schon deine Nähe suchen -im persönlichen Gebet, in Empfang der Eucharistie, in der Eucharistischen Anbetung. Dann offenbarst du dich uns und auch wir staunen, weil wir das so nicht erwartet haben oder nicht verstehen. Manchmal erlebe ich das auch bei guten Seelsorgern, dass ich mich frage, woher hat er das? Wie kann er/ sie so reden? Und dann spüre ich, es liegt an der persönlichen und intensiven Beziehung, die sie zu dir haben. Jesus, ich bitte dich lass auch meine Beziehung zu dir wachsen, tiefer, intensiver,inniger werden und lass mich nicht zweifeln. Amen.

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