Donnerstag, 22. Juli 2021

Halte mich nicht fest. (Joh 20,17)

Maria Magdalena – Fest

Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - Joh 20,1-2.11-18

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. 

Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat. 

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. 

Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. 

Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat. 

Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war. 

Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen. 

Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. 

Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott. 

Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.

 

 

Tagesimpuls:

 

Halte mich nicht fest.  (Joh 20,17)

 

Maria sucht Jesus. Sie sucht ihn vermutlich mehr als alle anderen. Sie bleibt am leeren Grab, wo alle anderen schon wieder nach Hause gegangen sind. Sie sucht Jesus, auch wenn es keine Hoffnung gibt, ihn zu finden. Sie sucht ihn so stark, dass Jesus ihr sogar sagen muss:

 

Halte mich nicht fest.

 

Vielen von uns müsste Jesus das vermutlich nicht sagen. Uns müsste er wahrscheinlich sagen: „Sucht mich, sucht mein Angesicht, haltet mich fest, lasst mich nicht verloren gehen aus eurem Leben!" Maria dagegen sucht ihn so sehr, dass er ihr sagen muss: „Halte mich nicht fest, wende dich meinen Brüdern zu und verkünde ihnen die Frohe Botschaft!"

 

Halte mich nicht fest.

 

Ich will von Maria Magdalena lernen. Ich will Jesus suchen, bis er sich mir zeigt. Ich weiß, dass ich ihn nicht festhalten kann. Er wird sich immer wieder entziehen, denn er bleibt ein Geheimnis. Aber er schenkt sich mir auch, genauso wie er sich Maria Magdalena geschenkt hat, wie er sich schon so vielen Menschen vor mir geschenkt hat, wie er sich mir auch schon so oft geschenkt hat. Er wird sich mir schenken, er wird sich mir auch entziehen, aber meine Aufgabe bleibt es, ihn immer zu suchen.

 

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich der Maria Magdalena geschenkt hast, dass du dich so vielen Menschen immer wieder schenkst, dass du dich vor allem den Suchenden schenkst. Du selbst hast gesagt: „Sucht, und ihr werdet finden!" Ich will heute dein Angesicht suchen. Ich will versuchen, dich festzuhalten wie Maria Magdalena.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 








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1 Kommentar:

  1. Jesus, Festhalten und Loslassen. Diese beiden Begriffe beschäftigen mich, im Hinblick auf mein eigenes Leben, wo ich vieles "loslassen" musste, wo ich gerne festgehalten hätte. Aber auch im Hinblick auf unsere Kirche, auf unser Gemeindeleben, wo wir uns teilweise coronabedingt von Vielem verabschiedet haben. Dafür ist Neues Anderes,Wertvolles entstanden. Jesus, ich frage dich, woran muss ich mich, muss die Kirche sich festhalten, wenn nicht an dir. Jesus ich bitte dich, lass mich nicht los, halte mich fest. Lass nicht zu, dass ich mich jemals wieder von dir trenne. Amen.

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