Montag, 1. Juli 2019

Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. (Mt 8,20)

13 Woche im Jahreskreis     Montag

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 8,18-22

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die um ihn waren, befahl er, ans andere Ufer zu fahren. 

Da kam ein Schriftgelehrter zu ihm und sagte: Meister, ich will dir folgen, wohin du auch gehst. 

Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann. 

Ein anderer aber, einer seiner Jünger, sagte zu ihm: Herr, lass mich zuerst heimgehen und meinen Vater begraben! 

Jesus erwiderte: Folge mir nach; lass die Toten ihre Toten begraben!

 

 

Tagesimpuls:

 

Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.  (Mt 8,20)

 

Ich habe ein sehr schönes Pfarrhaus, einen sehr schönen Garten, und ich fühle mich zuhause sehr wohl. Ich liebe es, wenn alles relativ geordnet geht, wenn man Dinge planen kann, wenn nichts dazwischenkommt, und wenn auch noch genug Freizeit zum Entspannen und Erholen bleibt. Aber Jesus sieht die Jüngerschaft etwas anders. Da geht es nicht um Bequemlichkeit. Wer ein schönes und bequemes Leben haben möchte, für den ist die Nachfolge Jesu nicht das Richtige.

 

Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

 

Für manche Missionare erfüllt sich dieses Jesuswort wörtlich. Sie sind unterwegs unter den schwierigsten Bedingungen. Für mich heißt dieses Jesuswort, das ich bereit sein will und muss, auf Luxus und Bequemlichkeit zu verzichten. Ich danke Gott für mein schönes Zuhause, aber ich will dennoch verfügbar bleiben und für Jesus da sein, wann immer er mich braucht.

 

Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.

 

Ich sehe zusätzlich noch eine geistliche Bedeutung dieses Wortes. Die Menschen vor Ort sind in der Welt, in der sie leben, scheinbar mehr zuhause als ich. Sie sind in Vereinen, haben ähnliche Interessen (z.B. Fußball), haben irgendwie einen ähnlichen Lebensstil. Als Christ fühle ich mich irgendwie niemals so ganz zuhause, ich fühle mich etwas als Außenseiter, als jemand, der zwar bei allem dabei ist, aber doch anders lebt, andere Prioritäten hat. Paulus sagt: „Unsere Heimat ist im Himmel". Wir Christen lieben alle Menschen, wir machen uns eins mit ihnen, mit ihren Interessen, Sorgen und Freuden. Aber wir haben innerlich doch ein anderes Zuhause bei Gott. Das ist unsere tiefste Quelle, und aus dieser Quelle schöpfen wir die Liebe, die wir unseren Mitmenschen schenken.

 

Gebet:

Jesus, ich will in dir zuhause sein, so schön, wie es auch bei mir zuhause ist. Ich will den Menschen deine Liebe schenken, auch wenn ich nicht so ganz bei ihnen in ihrer Welt zuhause bin. Oft suche ich vielleicht zu sehr meine Erholung und meine Bequemlichkeit. Aber ich will für dich verfügbar bleiben. Hilf mir, den richtigen Weg zu finden, dass ich mich nicht in zu vielen Dingen verzettele, aber dass ich doch so für die Menschen da bin, wie du es möchtest.

 

 

Pastor Roland Bohnen 

www.tagesimpuls.org

 

 







Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel 
Telefon 02456 - 3627    
Fax 02456 - 3019


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